Lehrer Gehalt Österreich 2026: pD-Schema & Netto

Von Martin Höllinger Stand 29.06.2026 Lesezeit 13 Min Quellen geprüft

Was verdient ein Lehrer in Österreich?

Eine Lehrkraft im neuen pädagogischen Dienst (pD-Schema) verdient zum Einstieg ab 1. Juli 2026 3.636,40 € brutto pro Monat (Stufe 1) und erreicht in der höchsten Stufe 7 rund 6.461,60 € brutto - jeweils 14-mal im Jahr. Das ergibt ein Jahresbrutto von rund 50.900 € beim Einstieg und etwa 90.500 € in der Endstufe. Diese Werte gelten einheitlich über alle Schultypen, von der Volksschule bis zur AHS und BHS.

Das ist deutlich mehr, als der Beruf lange galt - das pädagogische Dienstrecht hat den Einstieg bewusst angehoben, um den Beruf attraktiver zu machen. Im Gegenzug ist die Kurve flacher: Wer früher startete, holte über Jahrzehnte mehr heraus, der Neueinsteiger 2026 bekommt dafür von Anfang an ein solides Gehalt. Entscheidend für das tatsächliche Einkommen sind drei Dinge - die Gehaltsstufe, die angerechneten Vordienstzeiten und die Zulagen für bestimmte Fächer und Funktionen.

Gehaltstabelle nach Stufen

Das pD-Schema kennt nur sieben Gehaltsstufen - eine starke Vereinfachung gegenüber dem alten Schema mit 19 Stufen. Die Werte gelten ab 1. Juli 2026 (GÖD-Abschluss, plus 3,3 %), brutto pro Monat und für Vollbeschäftigung:

StufeBrutto/MonatJahresbrutto (14×)
Stufe 1 (Einstieg)3.636,40 €50.909,60 €
Stufe 24.138,20 €57.934,80 €
Stufe 34.641,20 €64.976,80 €
Stufe 45.144,30 €72.020,20 €
Stufe 55.647,60 €79.066,40 €
Stufe 66.150,90 €86.112,60 €
Stufe 7 (Endstufe)6.461,60 €90.462,40 €

Der Aufstieg erfolgt nicht durch Beförderung, sondern durch Vorrückung - das automatische Aufsteigen nach Zeit. In Stufe 1 bleibt man rund dreieinhalb Jahre, in den folgenden Stufen je etwa fünf bis sechs Jahre. Wer ohne Vordienstzeiten beginnt, erreicht die Endstufe damit erst nach rund 33 Berufsjahren. Genau hier liegt der größte Hebel, den viele übersehen: Vordienstzeiten verkürzen diesen Weg erheblich - dazu mehr im Abschnitt zur Verhandlung.

Brutto-Netto: was bleibt übrig

Vom Bruttogehalt gehen Sozialversicherung und Lohnsteuer ab. Neu eintretende Lehrkräfte sind Vertragsbedienstete und damit ASVG-versichert - der SV-Anteil liegt 2026 bei 18,07 %. Danach greift der progressive Lohnsteuertarif. Die Aufteilung der SV erklärt der Beitrag zur Sozialversicherung, die Tarifstufen jener zur Lohnsteuer.

Ein konkretes Beispiel für Stufe 1, alleinstehend, ohne Kinder, mit 3.636,40 € laufendem Monatsbrutto:

PostenBetrag/Monat
Bruttogehalt3.636,40 €
- Sozialversicherung (18,07 %)-657 €
Steuerbemessung2.979 €
- Lohnsteuer (nach Verkehrsabsetzbetrag)-444 €
Nettogehalt laufendrund 2.535 €

Bleiben rund 2.535 € netto pro Monat aus den zwölf laufenden Bezügen. Dazu kommen das 13. und 14. Gehalt, die bis zum Jahressechstel mit nur 6 % besteuert werden und deshalb netto fast vollständig ankommen - ein spürbarer Vorteil gegenüber dem laufenden Bezug. Wer Kinder hat, hebt das Netto über den Familienbonus Plus zusätzlich an. Den persönlichen Wert mit allen Absetzbeträgen rechnen Sie mit dem Brutto-Netto-Rechner durch.

In den höheren Stufen schlägt die Steuerprogression deutlicher zu. Eine Lehrkraft in Stufe 4 mit 5.144 € brutto liegt mit dem Jahreseinkommen bereits im 40-Prozent-Grenzsteuersatz; von einer Stufenvorrückung bleibt netto spürbar weniger als brutto. Das ist kein Grund zur Klage, aber ein Argument dafür, steuerfreie Komponenten wie die Jahreskarte (Öffi-Ticket) oder begünstigte Vorsorgemodelle mitzunehmen, wo der Dienstgeber sie anbietet.

Dienstrecht: kein Kollektivvertrag, sondern Gesetz

Anders als in der Privatwirtschaft gibt es für Lehrkräfte keinen Kollektivvertrag. Das Gehalt ist im Dienstrecht gesetzlich festgelegt - für Bundeslehrer im Vertragsbedienstetengesetz, für Landeslehrer im jeweiligen Landesvertragslehrpersonen-Dienstrecht. Die jährlichen Erhöhungen verhandelt die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) im großen Gehaltsabschluss für den gesamten öffentlichen Dienst; für 2026 brachte er plus 3,3 Prozent. Wie das KV-System in der Privatwirtschaft dagegen funktioniert, erklärt der Beitrag zum Kollektivvertrag.

Für neu eintretende Lehrkräfte gilt seit dem Studienjahr 2019/20 verpflichtend das pädagogische Dienstrecht (pD-Schema). Das alte Entlohnungsschema (mit den Gruppen L1, L2a, L2b) läuft nur noch für langgediente Lehrkräfte weiter, die vor der Reform eingetreten sind. Die Unterschiede sind erheblich:

MerkmalpD-Schema (neu)altes Schema L
Einstiegrund 3.636 €niedriger (rund 2.900-3.050 €)
Stufen719
Endbezugrund 6.462 €höher (bis über 6.700 €)
Schultyp-Differenznein (einheitlich)ja (nach L-Gruppe)
Verlaufhoher Start, flachniedriger Start, steil

Wer heute einsteigt, hat keine Wahl - das pD-Schema ist verpflichtend. Die Tabelle erklärt aber, warum ältere Kollegen mit gleicher Stundenzahl mitunter anders verdienen: Sie sind in einem anderen System.

Regionale Unterschiede: praktisch keine

Hier unterscheidet sich der Lehrberuf von fast jedem anderen. Weil das Gehalt bundesweit gesetzlich geregelt ist, gibt es praktisch keinen regionalen Unterschied. Eine Volksschullehrerin in Tirol, im Burgenland oder in Wien verdient in derselben Stufe denselben Betrag. Während ein Einzelhandelskaufmann oder ein Kellner je nach Bundesland deutlich unterschiedlich verdient, ist das Lehrergehalt geografisch flach.

Das hat zwei praktische Folgen. Erstens: Ein Wechsel des Bundeslandes bringt keinen Gehaltssprung - die Entscheidung für eine Region trifft man nach Lebensqualität, Schulangebot und Wegzeiten, nicht nach dem Gehalt. Zweitens: In Regionen mit niedrigen Lebenshaltungskosten ist das einheitliche Gehalt real mehr wert. Ein Lehrergehalt reicht im ländlichen Raum spürbar weiter als in der teuren Stadt - bei identischer Bruttozahl. Das macht den Beruf abseits der Ballungszentren besonders attraktiv.

Schultyp, Bundes- und Landeslehrer

Beim Gehalt spielt der Schultyp im pD-Schema keine Rolle mehr - wohl aber bei der organisatorischen Zuordnung. Bundeslehrer unterrichten an mittleren und höheren Schulen (AHS, BHS) und sind beim Bund angestellt. Landeslehrer unterrichten an Pflichtschulen (Volksschule, Mittelschule, Sonderschule, Polytechnische Schule) und sind formal beim Land angestellt, werden aber nach demselben bundesweiten Schema bezahlt.

Der Unterschied liegt weniger im Grundgehalt als in der Lehrverpflichtung und den typischen Zulagen. An höheren Schulen fallen mehr Korrekturen (Schularbeiten, Matura) an, an Pflichtschulen mehr unterschiedliche Fächer und oft mehr unmittelbare Betreuung. Die Fächervergütung für arbeitsintensive Gegenstände der Sekundarstufe gleicht einen Teil dieser Mehrbelastung aus. Wer zwischen den Schultypen schwankt, sollte die Entscheidung daher nicht am Grundgehalt festmachen, sondern an Fächern, Schülerklientel und der Art der Arbeit.

Ausbildung und Voraussetzungen

Der Weg ins Lehramt führt heute über ein Studium nach dem Modell der PädagogInnenbildung NEU: ein Bachelorstudium (acht Semester) und ein darauf aufbauendes Masterstudium (zwei bis vier Semester), absolviert an einer Pädagogischen Hochschule oder Universität, je nach angestrebter Schulstufe. Für den Berufseinstieg genügt zunächst der Bachelor, der Master ist berufsbegleitend nachzuholen.

Daneben gibt es den Quereinstieg in die Sekundarstufe, der angesichts des Lehrermangels ausgebaut wurde: Personen mit einschlägigem Studium und Berufserfahrung können über ein verkürztes Verfahren und begleitende Hochschulausbildung einsteigen, besonders in Mangelfächern wie Mathematik, Informatik, Physik oder den technischen Gegenständen. Für diese Quereinsteiger sind die angerechneten Vordienstzeiten ein direkter Gehaltsfaktor.

Die Einstiegsvoraussetzung ist also klar geregelt und akademisch - anders als in vielen Lehrberufen gibt es keinen Weg über eine reine Lehre. Das erklärt auch das vergleichsweise hohe Einstiegsgehalt: Man steigt mit abgeschlossenem oder weit fortgeschrittenem Studium ein, nicht mit 19 Jahren nach der Lehre.

Gehaltsentwicklung und Karriere

Die Gehaltskurve im Lehrberuf ist planbar wie in kaum einem anderen Beruf - das ist Stärke und Grenze zugleich. Die Vorrückung durch die sieben Stufen ist gesetzlich fixiert und erfolgt automatisch nach Zeit. Über die gesamte Laufbahn steigt das Bruttogehalt damit von rund 3.636 € auf rund 6.462 € - ein Plus von etwa drei Vierteln, verteilt über mehr als drei Jahrzehnte.

Schneller geht es über Funktionen und Spezialaufgaben. Wer eine Leitungsfunktion übernimmt - Abteilungsleitung, stellvertretende Leitung, schließlich Schulleitung -, erhält eine Leitungszulage, die je nach Schulgröße von einigen hundert Euro bis über 3.000 € im Monat reicht. Auch Mentoring (die Begleitung von Berufseinsteigern), die Funktion als Klassenvorstand oder zusätzliche koordinierende Aufgaben werden vergütet. Diese Funktionswege sind der eigentliche Aufstieg im Schulsystem, weil die reine Stufenvorrückung gedeckelt ist.

Ein zweiter Hebel ist der Umfang der Anstellung. Viele Lehrkräfte beginnen mit Teilzeit-Lehraufträgen und arbeiten sich zur vollen Lehrverpflichtung hoch. Wer eine volle Stelle anstrebt, sollte das früh kommunizieren - in Mangelfächern ist die Bereitschaft, voll zu unterrichten, ein starkes Argument. Über zusätzliche Unterrichtsstunden (Mehrdienstleistungen) lässt sich das Einkommen außerdem kurzfristig erhöhen, dazu gleich mehr.

Zulagen, Fächervergütung und Mehrdienstleistungen

Das Grundgehalt ist nur ein Teil des Lehrereinkommens. Drei Komponenten kommen je nach Tätigkeit hinzu:

Fächervergütung. Lehrkräfte, die arbeitsintensive Fächer der Sekundarstufe I und II unterrichten - Fächer mit Schularbeiten und hohem Korrekturaufwand wie Deutsch, Mathematik oder Fremdsprachen -, erhalten zusätzlich zum Entgelt eine Fächervergütung. Sie gleicht den höheren Aufwand außerhalb der Unterrichtszeit ab und ist je nach Fach und Stundenausmaß gestaffelt.

Funktions- und Tätigkeitszulagen. Klassenvorstand, Mentoring, Kustodiate (Verwaltung von Sammlungen und Fachräumen) und Leitungsfunktionen werden über eigene Zulagen abgegolten. Die Spanne reicht von kleineren monatlichen Beträgen für die Klassenführung bis zu den großen Leitungszulagen.

Mehrdienstleistungen. Unterrichtet eine Lehrkraft über die Lehrverpflichtung hinaus - etwa weil Kollegen fehlen -, werden diese zusätzlichen Stunden als Mehrdienstleistungen vergütet. Das ist der schnellste Weg, das Monatseinkommen zu erhöhen, geht aber zulasten der ohnehin hohen realen Arbeitszeit. Wie Mehrarbeit grundsätzlich geregelt ist, steht im Beitrag zu Überstunden. Gerade im Lehrermangel sind Mehrdienstleistungen häufig - wer sie übernimmt, sollte sie sich korrekt und vollständig abgelten lassen.

Gehalt verhandeln: die Hebel im öffentlichen Dienst

Klassisches Gehaltsverhandeln wie in der Privatwirtschaft gibt es im Schuldienst nicht - das Gehalt steht im Gesetz. Trotzdem gibt es konkrete Stellschrauben, und die wichtigste wird regelmäßig verschenkt.

Vordienstzeiten anrechnen lassen. Das ist der größte Hebel überhaupt. Einschlägige Berufserfahrung wird bis zu 12 Jahre auf die Gehaltsstufe angerechnet, frühere Dienstverhältnisse zu einer Gebietskörperschaft sogar unbegrenzt. Wer vor dem Lehramt in der Wirtschaft, in der Forschung oder in einem verwandten Beruf gearbeitet hat, startet damit nicht in Stufe 1, sondern mehrere Stufen höher - das können mehrere hundert Euro im Monat sein. Entscheidend ist, alle relevanten Zeiten beim Eintritt vollständig und mit Nachweisen einzubringen; nachträglich ist die Anrechnung mühsam.

Mangelfach nutzen. In Fächern mit Lehrermangel - MINT, technische Gegenstände, teils Sprachen - ist die Verhandlungsposition besser. Quereinsteiger mit gefragtem Fachprofil bekommen ihre Vordienstzeiten großzügiger anerkannt und finden leichter eine volle Stelle.

Funktionen früh anstreben. Wer mehr verdienen will, als die Stufenvorrückung hergibt, geht den Funktionsweg - Mentoring, Koordination, später Leitung. Diese Aufgaben bringen Zulagen und sind der einzige echte Aufstieg im System.

Das Gesamtpaket sehen. Sichere Anstellung, planbare Vorrückung, gute Pensionsregelung und ein dichtes Netz an Nebenleistungen (oft ein vergünstigtes oder steuerfreies Öffi-Ticket) gehören zum Gesamtbild. Wo Österreichs Gehälter insgesamt liegen, ordnet der Beitrag zum Mindestlohn ein; den Vergleich mit verwandten Sozial- und Bildungsberufen liefern die Profile zum Kindergartenpädagogen und zum Sozialarbeiter.

Arbeitszeit und Pension: der ehrliche Kontext

Zum Gehalt gehört die Frage, wofür es bezahlt wird. Die Lehrverpflichtung umfasst je nach Schultyp rund 22 bis 24 Unterrichtsstunden pro Woche - das ist aber nicht die Arbeitszeit. Vorbereitung, Korrektur von Schularbeiten und Tests, Konferenzen, Eltern- und Schülergespräche, Fortbildung und administrative Aufgaben kommen dazu. In arbeitsintensiven Phasen, etwa zur Maturazeit oder am Semesterende, liegt die reale Wochenarbeitszeit deutlich über 40 Stunden. Die unterrichtsfreie Zeit in den Ferien gleicht das über das Jahr teilweise aus, ist aber nicht durchgehend frei - ein Teil entfällt auf Korrektur, Planung und Fortbildung. Wer das Gehalt nur durch die Unterrichtsstunden teilt, rechnet sich den Stundenlohn schön; wer die reale Arbeitszeit ansetzt, kommt auf ein faires, aber kein üppiges Niveau.

Bei der Pension gilt für neu eintretende Lehrkräfte nicht mehr die klassische Beamtenpension. Als Vertragsbedienstete fallen sie unter das Allgemeine Pensionsgesetz (APG) wie ASVG-Versicherte - die Pension richtet sich nach dem Pensionskonto über die gesamte Erwerbslaufbahn, nicht nach den Letztbezügen. Wie das Pensionskonto funktioniert und wie hoch die spätere Pension ausfällt, erklärt der Beitrag zur Pension. Die sichere, durchgehende Erwerbsbiografie im Schuldienst wirkt sich dabei günstig aus, weil kaum Lücken entstehen.

Unsere Einschätzung

Das Lehrergehalt ist 2026 solider, als sein Ruf lange war - der hohe, bundesweit einheitliche Einstieg im pD-Schema macht den Beruf für Berufseinsteiger und Quereinsteiger finanziell attraktiv. Die Kehrseite ist die flache Kurve und die starre Struktur: Über die reine Stufenvorrückung kommt man nicht weit, der Aufstieg läuft über Funktionen und die anfängliche Anrechnung von Vordienstzeiten. Genau diese Anrechnung ist der Punkt, an dem die meisten Geld liegen lassen - wer mit Berufserfahrung einsteigt und sie nicht vollständig einbringt, verschenkt unter Umständen jahrelang mehrere hundert Euro im Monat.

Unterm Strich kauft man im Lehrberuf Sicherheit und Planbarkeit, nicht das Spitzeneinkommen der Privatwirtschaft. Wer das schätzt, eine sinnstiftende Arbeit sucht und die reale Arbeitszeit jenseits der Unterrichtsstunden realistisch einschätzt, trifft eine gute Wahl. Der größte finanzielle Fehler passiert ganz am Anfang - bei der Vordienstzeiten-Anrechnung. Der zweitgrößte ist, die Mehrdienstleistungen im Lehrermangel zwar zu leisten, aber nicht sauber abgegolten zu bekommen.

Quellen (3)

Häufig gestellte Fragen

Was verdient ein Lehrer in Österreich 2026?

Im neuen pädagogischen Dienst (pD-Schema) starten Lehrkräfte ab 1. Juli 2026 mit 3.636,40 € brutto pro Monat (Stufe 1) und erreichen in der Endstufe 7 rund 6.461,60 €. Das Schema ist über alle Schultypen einheitlich; Unterschiede entstehen durch Zulagen und Funktionen, nicht durch die Schulart.

Wie viel netto bleibt vom Lehrer-Einstiegsgehalt?

Von 3.636,40 € brutto (Stufe 1, alleinstehend, ohne Kinder) bleiben rund 2.535 € netto pro Monat. Dazu kommen das 13. und 14. Gehalt, die mit nur 6 % besteuert werden und netto fast voll ausbezahlt sind.

Was ist der Unterschied zwischen pD-Schema und altem Lehrer-Dienstrecht?

Das neue pädagogische Dienstrecht (pD) gilt für alle, die seit 2019/20 neu eintreten: höherer Einstieg, nur 7 Stufen, flachere Kurve, einheitlich für alle Schultypen. Das alte Entlohnungsschema (L1/L2) hatte einen niedrigeren Einstieg, dafür über 19 Stufen einen höheren Endbezug und unterschied nach Schultyp.

Verdienen Lehrer in Wien mehr als in den Bundesländern?

Nein. Das Lehrergehalt ist bundesweit gesetzlich einheitlich geregelt - eine Volksschullehrerin in Tirol verdient gleich viel wie ihr Kollege in Wien. Anders als in fast allen anderen Berufen gibt es praktisch keinen regionalen Gehaltsunterschied.

Werden Vordienstzeiten beim Lehrergehalt angerechnet?

Ja, und das ist der wichtigste Gehalts-Hebel. Einschlägige Vordienstzeiten werden bis zu 12 Jahre angerechnet, frühere Dienstverhältnisse zu einer Gebietskörperschaft sogar unbegrenzt. Wer mit Berufserfahrung einsteigt, startet damit nicht in Stufe 1, sondern höher.

Haben Lehrer einen Kollektivvertrag?

Nein. Das Lehrergehalt ist kein Kollektivvertrag, sondern gesetzlich im Dienstrecht festgelegt (Vertragsbedienstetengesetz, Landeslehrpersonen-Dienstrecht). Die jährlichen Erhöhungen verhandelt die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) im Rahmen des Gehaltsabschlusses für den gesamten öffentlichen Dienst.

Wie viele Stunden arbeitet ein Lehrer wirklich?

Die Lehrverpflichtung umfasst je nach Schultyp rund 22 bis 24 Unterrichtsstunden pro Woche. Dazu kommen Vorbereitung, Korrektur, Konferenzen und Elternarbeit, sodass die reale Wochenarbeitszeit deutlich höher liegt - in arbeitsintensiven Phasen oft über 40 Stunden.

MH
Martin Höllinger

Chefredakteur finanzguide.at