Online-Broker Vergleich Österreich 2026 - steuereinfach und günstig

Von Martin Höllinger Stand 21.06.2026 Lesezeit 17 Min Quellen geprüft

Welcher Broker passt zu Ihrem Anlage-Stil?

Die Broker-Wahl in Österreich entscheidet sich an einer einzigen Frage: Wollen Sie sich um die KESt-Abrechnung selbst kümmern oder nicht? Steuereinfache Broker (DADAT, Flatex Austria, easybank Brokerage, Erste George, Hello bank! - und seit 24. April 2025 auch Trade Republic) ziehen die Kapitalertragsteuer automatisch ab und verrechnen Verluste im Depot. Andere internationale Broker (Scalable, Interactive Brokers) sind günstig pro Order, verlangen aber eine jährliche FinanzOnline-Eigenerklärung. Für ETF-Sparpläne im Buy-and-Hold-Modus sind Trade Republic, DADAT oder Flatex Austria die pragmatischste Wahl. Für aktive Trader mit hohem Volumen sind die günstigen Order-Pauschalen attraktiver.


Vergleichs-Matrix - die zentralen Broker für Österreich

Stand Juni 2026. Konditionen können sich monatlich ändern - bei Eröffnung aktuelle Konditionen direkt beim Broker prüfen.

BrokerSitzSteuereinfachOrder-GebührSparplan-MindestrateETF-AuswahlBemerkung
DADATSalzburgJa7,95 €10 € (ab 0,75 € pro Ausführung)sehr großVollanbieter, Bank-Anbindung
Flatex AustriaWienJa5,90 € (Aktionen ab 0 €)25 € (0-1,50 € je nach Aktion)sehr großSparplan-Aktionen wechseln
easybank BrokerageWienJa4-25 € (volumen-abhängig)50 € (ab 1,25 € pro Ausführung)mittelBequem für BAWAG-Kunden
Hello bank!WienJa8 €50 € (2,95 € pro Ausführung)mittelBAWAG-Tochter
Erste GeorgeWienJa3,95 € (Aktion 1 €)50 € (Aktion-Liste ab 1 €)großKomfortabel, Erste-Kunden-Vorteil
Trade RepublicDeutschland/ÖsterreichJa (seit 24.4.2025)1 €1 €sehr großKESt automatisch, über 2.700 Gratis-Sparpläne
Scalable CapitalDeutschlandNeinab 0,99 € bzw. Flatrate-Abo1 €sehr großKESt-Eigenerklärung in AT nötig
Interactive BrokersUSA / IrlandNein0,05 % min 1 €manuellextrem großProfi-Tool, KESt-Eigenerklärung
ComdirectDeutschlandNein4,90 € + 0,25 %25 €großKESt-Eigenerklärung

Wichtig: Selbst bei steuereinfachen Brokern fallen 27,5 Prozent KESt auf Gewinne, Dividenden und ausschüttungsgleiche Erträge an - die Steuer wird nur AUTOMATISCH abgeführt. Sie wird nicht weniger.


Depotgebühren und versteckte Kosten

Die Order-Gebühr steht in jeder Werbung, die Nebenkosten verstecken sich im Preisaushang. Genau dort entscheidet sich, ob ein Broker wirklich günstig ist.

  • Depotführung: Flatex, DADAT, Trade Republic und Bitpanda verlangen 0 Euro pro Jahr. Klassische Direktbanken wie easybank oder Bank Direkt liegen bei rund 0,12 Prozent des Depotwerts pro Jahr - bei 50.000 Euro Depot also rund 60 Euro jährlich.
  • Inaktivitätsgebühr: Manche internationalen Broker verlangen sie, wenn über Monate nicht gehandelt wird. Für Buy-and-Hold-Sparer ein echter Stolperstein.
  • Fremdspesen und Börsenplatzentgelt: Pro Order kommen oft 1 bis 3 Euro Drittgebühren der Börse dazu, die in der beworbenen Pauschale nicht enthalten sind.
  • Devisen-Spread: Wer eine US-Aktie über ein Euro-Konto kauft, zahlt einen versteckten Umrechnungsaufschlag von oft 0,25 Prozent je Richtung.
  • Ausgabeaufschlag bei Fonds: Aktiv gemanagte Fonds kosten bis zu 5 Prozent Ausgabeaufschlag - ETFs an der Börse haben diesen Posten nicht.

Eine vollständige Gegenüberstellung der laufenden Kosten steht im Depotgebühren-Vergleich. Faustregel: Für Sparplan-Anleger zählt die Ausführungsgebühr mehr als die Order-Gebühr, für Vieltrader umgekehrt.


Cash-Zinsen aufs Verrechnungskonto

Neu im Wettbewerb: Mehrere Broker verzinsen nicht investiertes Geld auf dem Verrechnungskonto. Trade Republic und Scalable Capital zahlen Zinsen auf Cash-Guthaben, deren Höhe sich am EZB-Einlagensatz orientiert - der nach der Zinswende vom 11. Juni 2026 bei 2,25 Prozent liegt. Die genaue Höhe und der gedeckelte Höchstbetrag (oft rund 50.000 Euro) ändern sich laufend mit der Geldpolitik, daher vor Eröffnung die aktuelle Kondition prüfen.

Zwei Dinge sind wichtig. Erstens: Diese Cash-Zinsen sind nicht steuereinfach. Selbst bei einem steuereinfachen Broker müssen Zinserträge auf das Guthaben über FinanzOnline selbst erklärt werden - die automatische KESt-Abfuhr gilt nur für Wertpapiere. Zweitens: Der Broker ist kein Sparkonto-Ersatz. Wer einen Notgroschen parken will, fährt mit einem dedizierten Tagesgeldkonto oder dem aktuellen Sparzinsen-Vergleich meist besser und einfacher.


Wie sicher ist mein Geld beim Broker?

Die häufigste Anfängerangst - “was, wenn der Broker pleitegeht?” - hat in Österreich eine beruhigende Antwort, sofern man die Struktur kennt. Sie betrifft zwei Töpfe getrennt:

  • Wertpapiere sind Sondervermögen. Ihre Aktien, ETFs und Fonds gehören rechtlich Ihnen, nicht dem Broker. Bei einer Insolvenz fallen sie nicht in die Konkursmasse, sondern werden auf ein anderes Depot übertragen. Es gibt hier keine betragsmäßige Grenze.
  • Cash-Guthaben fällt unter die Einlagensicherung - bis 100.000 Euro pro Person und Bank. Bei Neobrokern liegt das Geld meist bei einer Partnerbank; entscheidend ist deren Sitz und Sicherungssystem, nicht der Name der App.

In der Praxis ist das Verlustrisiko bei einem regulierten Broker also nicht die Insolvenz, sondern die Kursentwicklung der Wertpapiere selbst. Wer mehrere Konten mit hohen Cash-Beständen führt, sollte trotzdem auf die 100.000-Euro-Grenze pro Bank achten - dieselbe Logik gilt beim klassischen Banken-Vergleich.


Originaler Kosten-Vergleich: ETF-Sparplan über 25 Jahre

Wer 200 Euro monatlich in einen breit gestreuten Welt-ETF investiert, bezahlt über die Sparplan-Gebühr über 25 Jahre folgende Beträge an den Broker - vor Steuer.

BrokerSparplan-Gebühr pro AusführungGesamt-Gebühren in 25 Jahren
Trade Republic1,00 €ca. 300 €
Flatex Austria (Aktion)0,00 €ca. 0 €
Flatex Austria (Standard)1,50 €ca. 450 €
DADAT0,75 € + 0,175 %ca. 330 €
Hello bank!2,95 €ca. 885 €
Erste George (Aktion)1,00 €ca. 300 €
easybank1,25 €ca. 375 €

Lesart: Der Unterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Broker beträgt rund 885 Euro über 25 Jahre - bei rund 143.000 Euro Endwert ist das deutlich unter 1 Prozent Effektivkosten. Spürbar, aber nicht dominant. Wer dafür eine FinanzOnline-Eigenerklärung im Wert von 2-5 Stunden Arbeit pro Jahr in Kauf nehmen muss, rechnet die Zeit gegen die Ersparnis - und kommt fast immer beim steuereinfachen Broker heraus.


Steuereinfach vs. selbst veranlagen - die Entscheidung

Argumentsteuereinfach (DADAT, Flatex, Trade Republic)Eigenerklärung (Scalable, Interactive Brokers)
Order-Gebührenhöherniedriger
KESt-Abwicklungautomatischjährlich selbst
Verlust-Verrechnungim Depot, jährlichjährlich selbst
Auslands-Quellensteuerberücksichtigtmanuell
Doppelbesteuerungs-Abkommenim Hintergrundmanuell prüfen
Steuerberater-Bedarfpraktisch niebei Komplexität ja
FinanzOnline-Aufwand02-5 h jährlich

Praxis-Empfehlung: Wer Anfänger ist und mit einem ETF-Sparplan startet, bleibt bei einem österreichischen Broker oder Trade Republic. Wer aktiv tradet, Dividendenstrategien fährt oder Sondertransaktionen plant, profitiert vom günstigeren Order-Modell - sofern die FinanzOnline-Pflicht nicht abschreckt. Wie die Besteuerung von Ausschüttungen konkret läuft, steht im Beitrag zur Dividenden-Besteuerung.


Neobroker oder Hausbank-Depot?

Hinter der Broker-Wahl steckt oft eine Typfrage. Neobroker wie Trade Republic oder Scalable sind App-first, sehr günstig und auf das Wesentliche reduziert - kein Filialnetz, Service nur digital. Hausbank-Broker wie Erste George oder die Depots von DADAT und easybank kosten etwas mehr, bieten dafür Telefonberatung, vertraute Online-Banking-Oberflächen und die Bündelung mit dem Girokonto.

Für einen reinen ETF-Sparplan reicht der Neobroker locker. Wer aber Wert auf einen Ansprechperson legt, komplexere Wünsche hat (Anleihen, Sparbücher, Wertpapierkredit) oder schlicht alles bei einer Bank haben will, fährt mit dem Hausbank-Depot ruhiger. Eine falsche Entscheidung gibt es nicht - ein späterer Wechsel per Depotübertrag ist innerhalb Österreichs steuerneutral möglich. Wer noch ganz am Anfang steht, liest zuerst die Grundlagen unter Aktien für Anfänger.


Worauf Sie bei der Broker-Wahl wirklich achten

Jenseits von Gebühren und Steuer entscheiden oft Details über den Alltag mit dem Depot:

  • Sparplan-Ausführungstage: Manche Broker bieten nur einen oder zwei feste Termine im Monat, andere mehrere - relevant, wer den Kaufzeitpunkt streuen will.
  • Teilaktien (Fractional Shares): Erlauben es, auch teure Aktien ab 1 Euro zu besparen. Trade Republic und Scalable können das, klassische Bankdepots oft nicht.
  • Limit- und Stop-Orders: Für aktive Anleger Pflicht, bei reinen Sparplan-Apps teils eingeschränkt.
  • Handelsplätze: Vollanbieter wie DADAT bieten viele in- und ausländische Börsen, Neobroker oft nur einen einzigen Handelsplatz (etwa Lang & Schwarz oder gettex).
  • App und Übersicht: Eine klare Depot-Übersicht mit Steuerreport spart am Jahresende Nerven.
  • Kundenservice: Bei Neobrokern überwiegend per Chat oder E-Mail, bei Hausbanken auch telefonisch.

Wer aktiv mit Hebelprodukten oder CFDs handeln will, braucht ohnehin einen spezialisierten Anbieter - für die meisten Anleger ist das aber der falsche Weg.


Depot eröffnen in vier Schritten

Die Eröffnung dauert online meist unter 20 Minuten:

  1. Anbieter wählen nach den Kriterien oben und Antrag online ausfüllen (Name, Steuerdaten, wirtschaftliche Verhältnisse - gesetzlich vorgeschrieben).
  2. Legitimation per Video-Ident oder über das bestehende Online-Banking (bei Hausbank-Depots oft mit einem Klick).
  3. Verrechnungskonto verknüpfen, von dem die Sparplanraten abgebucht und auf das Verkäufe gutgeschrieben werden.
  4. Ersten Sparplan oder Kauf anlegen - bei steuereinfachen Brokern läuft die KESt ab jetzt automatisch.

Eine ausführliche Anleitung mit allen Stolpersteinen steht unter Wertpapierdepot eröffnen. Wer von einem alten Broker kommt, überträgt das Depot statt zu verkaufen - die Details dazu unter Depot übertragen.


Trade Republic oder Scalable? Die zwei Neobroker im Direktvergleich

Wer App-first und günstig will, landet bei einem dieser beiden - und der Unterschied ist größer, als die Preisliste vermuten lässt. Trade Republic ist seit 24. April 2025 in Österreich steuereinfach: Die KESt auf Wertpapiere läuft automatisch, kein FinanzOnline. Das ist für die meisten der entscheidende Punkt. Scalable Capital ist nicht steuereinfach - hier muss der Anleger die Kapitalvermögens-Beilage E1kv jedes Jahr selbst abgeben.

Bei den Kosten dreht sich das Bild teils um: Scalable bietet ein Flatrate-Abo, in dem Trades pauschal abgedeckt sind - attraktiv für Vieltrader. Trade Republic verlangt 1 Euro je Order, hat dafür über 2.700 kostenlose Sparpläne und Teilaktien ab 1 Euro. Beide verzinsen Cash-Guthaben marktnah. Für den typischen Sparplan-Anleger gewinnt Trade Republic allein wegen der Steuereinfachheit; wer aktiv und in großem Volumen handelt und die Eigenerklärung nicht scheut, kann mit Scalables Flatrate günstiger fahren. Eine Fehlentscheidung ist keines von beiden - aber die Steuerfrage sollte man bewusst treffen, nicht übersehen.


Aktives Trading: wann sich der günstige Broker rechnet

Bei Buy-and-Hold sind die Gebührenunterschiede klein. Beim aktiven Handel kippt das. Rechnen wir 50 Orders pro Jahr durch:

  • Trade Republic (1 € je Order): 50 Euro im Jahr.
  • DADAT (7,95 € je Order): 397,50 Euro im Jahr.
  • Interactive Brokers (ab 1 € je Order): rund 50 bis 100 Euro im Jahr.

Über zehn Jahre sind das bei DADAT fast 4.000 Euro, bei Trade Republic oder Interactive Brokers rund 500 bis 1.000 Euro - eine Differenz von rund 3.000 Euro, die direkt die Rendite frisst. Hier lohnt der günstige Broker auch dann, wenn dafür jährlich eine FinanzOnline-Erklärung fällig wird: Ein paar Stunden Arbeit stehen mehreren tausend Euro gegenüber. Wer dagegen nur ein- bis zweimal im Jahr umschichtet, spürt den Unterschied kaum und sollte die Steuereinfachheit höher gewichten als die Order-Gebühr. Die Grundregeln, bevor man überhaupt aktiv handelt, stehen unter Aktien für Anfänger - aktives Trading schlägt langfristig nur selten den simplen Indexsparplan.


Krypto, Anleihen und Sparpläne auf Einzelaktien

Nicht jeder Broker kann alles. Wer über den Welt-ETF hinaus will, prüft die Produktpalette:

  • Krypto: Spezialisten wie das Wiener Bitpanda (MiCAR-lizenziert) bieten die größte Auswahl; Trade Republic und Scalable haben einige Coins integriert. Steuerlich ist Krypto in Österreich seit der Steuerreform im KESt-System (27,5 Prozent, Neubestand ab 1. März 2021) - bei heimischen Plattformen oft automatisch abgeführt, bei ausländischen selbst zu erklären.
  • Anleihen: Einzelanleihen handeln vor allem die Vollanbieter DADAT und die Bankdepots; reine Sparplan-Apps sind hier dünn aufgestellt. Wie das funktioniert, steht unter Anleihen kaufen.
  • Sparpläne auf Einzelaktien: Teilaktien machen es möglich, auch eine teure Aktie ab 1 Euro regelmäßig zu besparen - ein Feature der Neobroker, das klassische Depots oft nicht haben.

Für den Aufbau eines breiten Depots ist die Produktbreite zweitrangig: Ein Welt-ETF-Sparplan deckt den Kern ab, alles andere ist Beiwerk. Ob Einmalanlage oder Rate sinnvoller ist, klärt der Beitrag Sparplan vs. Einmalanlage.


Brauche ich mehr als ein Depot?

Für die meisten reicht eines. Ein zweites Depot ergibt nur in wenigen Fällen Sinn: Wer einen steuereinfachen Broker für den ETF-Sparplan und parallel einen günstigen Order-Broker fürs aktive Trading nutzt, trennt damit bewusst zwei Welten. Oder wer hohe Cash-Bestände über die 100.000-Euro-Einlagensicherung hinaus streuen will.

Der Preis dafür ist Aufwand: Der gleitende Durchschnittspreis und der Verlustausgleich gelten immer nur pro Depot, nicht depotübergreifend. Verluste im einen Depot lassen sich nicht automatisch mit Gewinnen im anderen verrechnen - das müsste man über die Veranlagung von Hand zusammenführen. Für Einsteiger ist ein einziges, gut gewähltes Depot daher fast immer die bessere Entscheidung als zwei halbherzig geführte.


Der Steuerreport am Jahresende

Ein unterschätztes Komfort-Kriterium: Wie gut bereitet der Broker die Steuerdaten auf? Bei steuereinfachen Brokern erledigt sich das Thema von selbst - die KESt ist abgeführt, eine Erklärung entfällt. Trotzdem lohnt der Blick auf die Jahressteuerbescheinigung, gerade bei jungen Anbietern: Vereinzelt gab es Berichte über fehlerhafte Berechnungen, etwa bei Auslandsdividenden oder nach einem Depotübertrag.

Bei nicht-steuereinfachen Brokern ist der Steuerreport sogar die halbe Miete: Ein klar strukturierter Jahresbericht macht die Beilage E1kv in einer Stunde erledigt, ein chaotischer kostet einen halben Tag oder den Steuerberater. Wer einen ausländischen Broker wählt, sollte vorab prüfen, ob der Anbieter einen Österreich-tauglichen Steuerreport liefert - das spart mehr als jede Order-Ersparnis.


Häufige Fehler

Fehler 1: Broker nach Reklame-Gebühren wählen, KESt-Aufwand übersehen. “1 Euro pro Order” klingt günstig - bei jährlich 50 Trades macht das 50 Euro Ersparnis gegenüber DADAT. Die FinanzOnline-Eigenerklärung mit Beilage E1kv kostet aber 2-5 Stunden. Bei niedrigem Stundenwert OK, bei hohem Stundenwert lohnt der teurere, steuereinfache Broker.

Fehler 2: US-domizilierte ETFs kaufen. SPY, VTI, IVV in USA-Versionen werden in Österreich pauschal besteuert (oft ungünstig). Stets die UCITS-Variante (zum Beispiel iShares Core S&P 500, IE00B5BMR087) wählen.

Fehler 3: Depot-Wechsel ohne Übertragung. Wer von DADAT zu Trade Republic wechselt und verkauft statt überträgt, realisiert sofort KESt auf alle Kursgewinne. Die Übertragung innerhalb Österreichs ist dagegen steuerneutral - sofern die Anschaffungsdaten mitgesendet werden.

Fehler 4: Mit veralteten Broker-Vergleichen arbeiten. Trade Republic galt lange als nicht steuereinfach - seit 24. April 2025 führt der Broker die österreichische KESt aber automatisch ab. Ältere Ratgeber, die TR noch als eigenerklärungs-pflichtig führen, sind überholt. Umgekehrt bleiben Scalable und Interactive Brokers eigenerklärungs-pflichtig.

Fehler 5: Cash-Zinsen vergessen zu erklären. Die Zinsen aufs Verrechnungskonto sind nicht steuereinfach. Wer sie in der Veranlagung weglässt, riskiert eine Nachforderung - auch wenn der Broker ansonsten alles automatisch abführt.


Unsere Einschätzung

Für 95 Prozent der Privatanleger in Österreich ist die richtige Wahl ein steuereinfacher Broker. Trade Republic ist seit 24. April 2025 steuereinfach und verbindet sehr niedrige Gebühren mit dem Komfort, den bisher nur die heimischen Anbieter boten - für kostenbewusste Buy-and-Hold-Anleger die erste Adresse. DADAT punktet, wenn Vollservice und breite Auswahl zählen, Flatex Austria mit den kostenlosen Sparplan-Aktionen, Erste George bei bestehender Bankenbeziehung.

Für aktive Trader und Daytrader ist die Rechnung anders: Dort dominieren die Order-Gebühren das Ergebnis, und die FinanzOnline-Pflicht ist bei strukturiertem Vorgehen kein Problem - Scalable oder Interactive Brokers spielen dann ihre Kostenvorteile aus.

Der ehrliche Rat: Wählen Sie nicht den theoretisch billigsten, sondern den Broker, dessen Steuer- und Bedienlogik zu Ihnen passt. Die Gebührenunterschiede über die Anlagedauer sind kleiner als ein einziger schlechter Verkauf im Crash. Und der beste Broker nützt wenig, wenn die Nerven beim ersten Kursrutsch versagen - Disziplin schlägt jede Gebührenoptimierung. Wer einmal ein steuereinfaches Depot hat und stur einen ETF-Sparplan bespart, hat die wichtigste Entscheidung schon richtig getroffen.


Quellen (4)

Häufig gestellte Fragen

Welcher Broker ist für Österreich am besten?

Für Buy-and-Hold-ETF-Sparpläne mit steuereinfacher Abwicklung: DADAT (große Auswahl), Flatex Austria (oft Sparplan-Aktionen), Trade Republic (seit 24. April 2025 steuereinfach, sehr günstig) oder Erste George (komfortabel). Wer Einzelaktien aktiv tradet und die KESt-Eigenerklärung nicht scheut, kann auch Scalable oder Interactive Brokers nutzen.

Ist Trade Republic in Österreich steuereinfach?

Ja, für Wertpapiere. Trade Republic führt seit 24. April 2025 die österreichische Kapitalertragsteuer (27,5 %) auf Aktien-, ETF- und Dividendenerträge automatisch ans Finanzamt ab. Ausnahme: Zinserträge auf das Cash-Guthaben müssen Sie weiterhin selbst in der Steuererklärung angeben.

Welche Order-Gebühren sind 2026 üblich?

DADAT 7,95 € pro Order (Sparplan ab 0,75 €), Flatex Austria 5,90 € (Aktionen 0 €), easybank 4-25 € je nach Volumen, Trade Republic 1 € pauschal, Scalable Capital ab 0,99 € bzw. im Flatrate-Abo. Beim Sparplan zählt vor allem die Ausführungsgebühr.

Wie sicher ist mein Geld bei einem Online-Broker?

Wertpapiere sind Sondervermögen und gehören Ihnen auch bei Broker-Insolvenz - sie fallen nicht in die Konkursmasse. Cash-Guthaben ist über die Einlagensicherung bis 100.000 € pro Bank geschützt. Bei Neobrokern lohnt der Blick, welche Partnerbank das Cash hält.

Bekomme ich Zinsen auf nicht investiertes Geld beim Broker?

Teils ja. Trade Republic und Scalable verzinsen Cash-Guthaben; die Höhe orientiert sich am EZB-Einlagensatz (seit der Zinswende vom 11. Juni 2026 bei 2,25 %). Diese Zinsen sind nicht steuereinfach und müssen über FinanzOnline selbst erklärt werden.

Was kostet ein Depot bei deutschen Brokern für Österreicher?

Keine direkten Depotgebühren, aber der Anleger muss jährlich eine Kapitalvermögens-Erklärung (Beilage E1kv) über FinanzOnline abgeben und KESt selbst nachzahlen. Steuerberater-Bedarf entsteht oft erst ab größeren Kursgewinnen pro Jahr.

Kann ich Aktien an US-Börsen direkt kaufen?

Ja, aber: US-domizilierte ETFs (etwa SPY) werden in Österreich häufig pauschal besteuert. UCITS-Versionen (irische oder luxemburgische Domizilierung) sind die bessere Wahl. Auf US-Aktien fällt zudem ein Devisen-Spread an, wenn das Konto in Euro geführt wird.

MH
Martin Höllinger

Chefredakteur finanzguide.at