Pension Österreich 2026 - Antrittsalter, Korridor, Teilpension, Höhe

Von Martin Höllinger Stand 08.06.2026 Lesezeit 14 Min Quellen geprüft

Wann und wie hoch ist die Pension 2026 in Österreich?

Das Regelpensionsalter liegt 2026 bei 65 für Männer und steigt für Frauen schrittweise von 60 auf 65 (Endausbau 2033). Vorzeitige Antritte sind über die Korridorpension (ab 62/63 je nach Jahrgang, mit 40/42 Versicherungsjahren), die Langzeitversicherten-Pension (45 Beitragsjahre) und die Schwerarbeitspension (60 plus 45 Versicherungsjahre mit Schwerarbeit) möglich. Die Reform 2026 hebt das Korridor-Antrittsalter schrittweise auf 63 an und führt erstmals die Teilpension ein - ein gleitender Übergang mit Weiterarbeit und Pensions-Wachstum im Pensionskonto.


Pensionsarten im Überblick 2026

PensionsartAntrittsalterVersicherungsmonateStand 2026
Regel-Alterspension (Männer)65180 (15 Jahre)unverändert
Regel-Alterspension (Frauen)60-64 (gestaffelt)180steigt bis 2033 auf 65
Korridorpension62-63 (gestaffelt)480-504 (40-42 Jahre)reformiert 2026
Langzeitversicherten-Pension62 (Männer)540 (45 Jahre)unverändert
Schwerarbeitspension60540 mit Schwerarbeit2026 Pflege ergänzt
Invaliditätspensionunabhängig60 / 180unverändert
Hinterbliebenenpension (Witwen, Waisen)-nach Verstorbenemunverändert

Reform Korridorpension 2026 - die quartalsweise Steigerung

Für Geburtsjahrgänge ab 1.1.1964 gilt:

GeburtsjahrgangFrühestes AntrittsalterMindest-Versicherungszeit
bis 31.12.196362,0 Jahre40 Jahre (480 Monate)
1.1.-31.3.196462 Jahre 2 Monate40 Jahre 2 Monate
1.4.-30.6.196462 Jahre 4 Monate40 Jahre 4 Monate
1.7.-30.9.196462 Jahre 6 Monate40 Jahre 6 Monate
1.10.-31.12.196462 Jahre 8 Monate40 Jahre 8 Monate
1.1.-31.3.196562 Jahre 10 Monate40 Jahre 10 Monate
ab 1.4.196563 Jahre41 Jahre (steigt weiter)

Beim Antrittsalter ist mit Geburtsjahrgang ab 1.4.1965 das Endziel von 63 Jahren erreicht. Die Versicherungszeit steigt dagegen länger weiter - ebenfalls quartalsweise um 2 Monate - bis sie für die ab 2029 in Korridorpension gehenden Jahrgänge die vollen 504 Monate (42 Jahre) erreicht. Endausbau ist damit: 63 Jahre Mindestalter plus 42 Versicherungsjahre.

Konsequenz für Geburtsjahrgang 1964 und jünger: Wer mit knapper Versicherungszeit plant, sollte die Termine genau prüfen. 2 Monate zu wenig im Versicherungskonto bedeuten Verschiebung des Antritts ins nächste Quartal oder Wechsel auf eine andere Pensionsart.


Teilpension 2026 - der gleitende Übergang

Erstmals ist es möglich, nur einen Teil der Pension zu beziehen und parallel weiterzuarbeiten. Variabel zwischen 25 und 75 Prozent der zustehenden Pension.

Vorteile:

  • Steuerliche Glättung über Lohn plus Teilpension.
  • Pensionskonto wächst auf dem nicht bezogenen Anteil weiter - Pensionserhöhung bei späterer Voll-Inanspruchnahme.
  • SVS-/ÖGK-Beiträge auf laufenden Lohn weiter.

Voraussetzungen:

  • Erfüllte Voraussetzungen für Korridor- oder Regel-Alterspension.
  • Antrag bei der zuständigen Pensionsversicherungsanstalt vor Wirkungsbeginn.

Die Teilpension lohnt sich für Selbstständige und Angestellte, die nicht abrupt aus dem Berufsleben aussteigen wollen, aber eine kalkulierbare Einkommens-Basis brauchen.


Schwerarbeitspension 2026 - Pflege jetzt drin

Mit der Reform 2026 wird die Pflege offiziell in die Schwerarbeits-Verordnung aufgenommen. Konkret: Pflegekräfte können Schwerarbeitsmonate ab 2026 leichter geltend machen, wenn sie nachweislich in körperlich oder psychisch belastenden Pflege-Settings tätig waren.

Voraussetzungen Schwerarbeitspension allgemein:

  • 60 Jahre alt.
  • 540 Beitragsmonate (45 Jahre).
  • Innerhalb der letzten 20 Jahre vor Antrag mindestens 120 Schwerarbeitsmonate (10 Jahre).

Schwerarbeit ist in der Schwerarbeitsverordnung definiert: Nachtarbeit über mindestens 6 Stunden, körperliche Schwerarbeit mit hohem Energieumsatz, Hitze-/Kälteexposition, Pflege ab 2026.


Pensionshöhe - so wird gerechnet

Die Pension wird aus dem Pensionskonto abgeleitet:

  1. Jedes Beitragsjahr ergibt 1,78 Prozent der jährlichen Beitragsgrundlage als Gutschrift.
  2. Die Gutschriften werden jährlich mit dem Aufwertungsfaktor angepasst.
  3. Bei Antritt: Summe der Gutschriften wird durch 14 geteilt = Brutto-Monatspension.

Beispiel: Wer 40 Jahre lang durchschnittlich 3.500 Euro brutto monatlich verdient hat, kommt grob auf eine Brutto-Pension von rund 2.000 Euro pro Monat. Exakt wird es im Pensionskonto und letztlich im Pensionsbescheid.

Höchstpension 2026: Die Höchstbeitragsgrundlage 2026 (6.930 Euro monatlich) ist die Obergrenze für Beitragsleistung und damit für Pensionsansprüche. Wer dauerhaft drüber verdient hat, profitiert nicht mehr direkt.

Steuer auf die Pension: Auch die Pension unterliegt der Lohnsteuer. Den Steuerabzug mindert der Pensionistenabsetzbetrag - bis 1.020 Euro, erhöht bis 1.502 Euro pro Jahr (Details und Einschleifgrenzen unter Absetzbeträge).

Mindestabschlag bei vorzeitigem Antritt: 4,2 Prozent pro Jahr früher (auf max. 15 Prozent gedeckelt). Beispiel: Antritt 2 Jahre früher kostet 8,4 Prozent der Lebenspension.


Vergleich: drei Pensions-Szenarien 2026

BerufVersicherungs-JahreSchnitts-BeitragsgrundlagePensions-Schätzung brutto
Volksschullehrerin (60 J., Frau, Jahrgang 1965)384.100 €ca. 2.180 €/Monat
Tischler (62 J., Mann, Korridor)423.300 €ca. 1.870 €/Monat (mit Abschlag)
Selbstständige (65 J., Frau) mit Teil-Lücken322.200 €ca. 990 €/Monat (vor Ausgleichszulage)

Werte sind grobe Schätzungen auf Basis der 1,78-Prozent-Formel und durchschnittlicher Aufwertungsfaktoren. Konkrete Werte nur im persönlichen Pensionskonto verfügbar.

Wer eine Schätzungs-Lücke schließen will (etwa fehlende Beitragsmonate durch Studium, Karenz oder Auslands-Aufenthalt), kann Nachkauf von Versicherungsmonaten prüfen - aktuell mit Beitragsgrundlage und Aufwertungs-Faktor zu bewerten.


Häufige Fehler

Fehler 1: Pensionskonto nicht jährlich geprüft. Lücken durch falsche Lohnzettel, vergessene Karenz-Anrechnung oder fehlende Studien-Anrechnung fallen erst beim Pensionsbescheid auf - dann ist Reparatur aufwendig. Tipp: einmal pro Jahr Konto online prüfen, Differenzen sofort an die PV melden.

Fehler 2: Korridor-Voraussetzung im falschen Jahrgang. Wer für 2026 ohne Quartals-Berücksichtigung plant, scheitert an 2 fehlenden Monaten. Tipp: PV-Beratungstermin 1 Jahr vor geplantem Antritt.

Fehler 3: Teilpension steuerlich nicht eingerechnet. Teilpension plus Lohn ergeben zusammen ein höheres Jahreseinkommen - das landet potenziell in einer höheren Tarifstufe. Vor Beantragung mit Brutto-Netto-Vergleich kalkulieren.

Fehler 4: Hinzuverdienstgrenzen bei vorzeitiger Pension übersehen. Wer eine vorzeitige Alterspension bezieht und über der Geringfügigkeitsgrenze (551 € monatlich 2026) verdient, riskiert eine Reduktion oder den Ruhen-Status. Bei Regel-Alterspension entfällt die Hinzuverdienstgrenze.


Unsere Einschätzung

Die Pensionsreform 2026 macht aus dem starren System einen flexibleren Übergang - das ist gut. Aber die Korridor-Anhebung kostet konkrete Lebenszeit für Geburtsjahrgänge 1964/65, ohne dass die Höhe steigt. Drei Empfehlungen:

  1. Spätestens mit 55 das Pensionskonto auf Lücken prüfen. Karenzzeiten, Studienzeiten, Auslandsaufenthalte sauber dokumentieren.
  2. Mit 60 PV-Beratungstermin zur konkreten Optionen-Vergleichung: Korridor vorgezogen mit Abschlag, Teilpension parallel zur Arbeit, Regelpension mit voller Anwartschaft.
  3. Private Vorsorge prüfen: Wer ausschließlich auf die gesetzliche Pension setzt, kommt bei vielen Berufsbiographien an die 60-Prozent-Quote des letzten Aktiv-Einkommens. Für die Lücke siehe Altersvorsorge und ETF-Sparplan als langlaufende Strategien.

Die Teilpension ist der innovativste Schritt 2026. Für Selbstständige in der Übergangsphase und für Angestellte mit reduzierten Stundenwünschen kann sie der entscheidende Hebel sein, der einen graduellen Ruhestand finanziell tragbar macht.


Quellen (5)

Häufig gestellte Fragen

Wann kann ich in Österreich in Pension gehen?

Regelpensionsalter ist 65 für Männer, für Frauen wird es bis 2033 von 60 auf 65 angehoben. Frühere Antritte: Korridorpension ab 62/63 (gestaffelt nach Geburtsjahr), Langzeitversicherten-Pension (Hacklerregelung) bei 45 Beitragsjahren, Schwerarbeit ab 60.

Was ändert sich 2026 bei der Korridorpension?

Für Jahrgänge ab 1.1.1964 steigt das früheste Antrittsalter quartalsweise um 2 Monate, bis ab Geburtsjahrgang April 1965 das Mindestalter 63 erreicht ist. Die Versicherungszeit erhöht sich parallel von 480 auf 504 Monate (40 auf 42 Jahre).

Was ist die Teilpension 2026 neu?

Erstmals können Sie einen Teil Ihrer Pension beziehen und parallel selbstständig oder unselbstständig weiterarbeiten. Der restliche Anspruch bleibt im Pensionskonto und wächst dort weiter. Ziel: gleitender Übergang in die Pension.

Wie hoch ist die Höchstpension 2026?

Die Höchstpension folgt aus der Höchstbeitragsgrundlage. Mit der Anhebung 2026 auf 6.930 € pro Monat steigt die Maximalpension entsprechend - konkrete Werte sind über Ihr Pensionskonto bei der PV einsehbar.

Was ist die Ausgleichszulage?

Ein Sockelbetrag für Pensionisten mit zu niedriger Pension. Richtsatz Alleinstehende 2026 nach Inflationsanpassung rund 1.299 €, Ehepaare rund 2.046 € (Stand vorläufig - finale Werte im Pensionsversicherungs-Bescheid).

Wo finde ich mein Pensionskonto?

Auf neuespensionskonto.at mit Handysignatur/ID Austria einsehbar. Es zeigt die bisherigen Beitragsgrundlagen und den daraus errechneten Pensionsanspruch nach aktuellem Stand.

MH
Martin Höllinger

Chefredakteur finanzguide.at