Immobilienpreise Österreich 2026 - Entwicklung und Trend

Von Martin Höllinger Stand 21.06.2026 Lesezeit 13 Min Quellen geprüft

Der Markt erholt sich

Nach zwei schwächeren Jahren dreht der österreichische Immobilienmarkt wieder nach oben. Der Wohnimmobilienpreisindex erreichte im ersten Quartal 2026 272,2 Punkte und setzte damit die Erholung fort, die nach dem Tief im dritten Quartal 2024 begonnen hatte. Von Ende 2024 bis Anfang 2026 stiegen die Preise bundesweit um 3,3 Prozent.

Die Zeit der fallenden Preise ist damit vorbei. Wer auf weitere Rückgänge gewartet hat, erlebt stattdessen wieder einen Aufwärtstrend.


Das aktuelle Preisniveau

Die zentrale Kennzahl: Der österreichweite Medianpreis für Eigentumswohnungen liegt bei rund 4.162 Euro pro Quadratmeter. Der Median bedeutet, dass die Hälfte der Wohnungen darunter, die Hälfte darüber gehandelt wird - er ist aussagekräftiger als ein Durchschnitt, den teure Ausreißer verzerren.

Dieser Wert ist aber nur ein Mittelwert über ein sehr heterogenes Land. Die regionalen Unterschiede sind enorm:

  • Wien und westliche Tourismusregionen (Tirol, Salzburg, Vorarlberg): deutlich über dem Median, teils ein Vielfaches.
  • Landgemeinden und periphere Bezirke: oft weit darunter.

Verlässliche Detailwerte pro Bezirk liefern der WKO-Immobilienpreisspiegel und die Durchschnittspreise der Statistik Austria.

Wohnung oder Haus - zwei verschiedene Preiswelten

Der oft zitierte Quadratmeterpreis gilt für Eigentumswohnungen. Für Einfamilienhäuser liegt der österreichweite Median 2025 deutlich niedriger, bei rund 2.836 Euro pro Quadratmeter. Das wirkt paradox, hat aber einen einfachen Grund: Häuser haben mehr Wohnfläche, und ein großer Teil des Kaufpreises entfällt auf das Grundstück, das nicht in den Quadratmeterpreis der Wohnfläche einfließt. Ein 130-m²-Haus ist in Summe also fast immer teurer als eine 70-m²-Wohnung, auch wenn der Preis je Quadratmeter niedriger ausfällt.


Der Trend 2026

Die Erholung dürfte sich fortsetzen, allerdings unterschiedlich stark je nach Lage. Der Expertenkonsens für 2026:

Lageerwartete Preissteigerung 2026
zentrale Lagenca. 3,5 %
Stadtrandca. 2,9 %
ländliche Regionenca. 2,3 %

Die Schere geht also weiter auf: Zentrale, gut angebundene Lagen verteuern sich am stärksten, während periphere Regionen nur moderat zulegen. In Wien sind die Wohnungspreise seit 2015 um über 70 Prozent gestiegen - ein Tempo, das Eigentum für viele zunehmend unleistbar macht.


Real vs. nominal - die unterschätzte Zahl

Eine Schlagzeile wie “Immobilienpreise steigen wieder” erzählt nur die halbe Wahrheit. 2025 legten die Wohnimmobilienpreise nominal um 2,1 Prozent zu - bei einer Inflation von 3,8 Prozent. Real, also inflationsbereinigt, sind Immobilien damit billiger geworden. Die OeNB hält ausdrücklich fest, dass Wohnimmobilien inflationsbereinigt günstiger sind als noch vor einigen Jahren.

Über den gesamten Zinszyklus seit dem dritten Quartal 2022 sind die Preise sogar nominal um rund 3,3 Prozent gesunken; real ist der Rückgang deutlich größer. Kombiniert mit den kräftigen Lohnsteigerungen der Vorjahre hat sich die Leistbarkeit gegenüber dem Höhepunkt 2022 leicht verbessert. Wer also fürchtet, “schon wieder zu spät” zu sein, sollte zwischen der nominalen Schlagzeile und der realen Lage unterscheiden. Wie die EZB- und Kreditzinsen 2026 die Finanzierung beeinflussen, entscheidet über die monatliche Belastung oft mehr als der reine Quadratmeterpreis.


Index oder Quadratmeterpreis - was zählt?

Zwei Zahlen geistern durch jede Immobilien-Schlagzeile, und sie messen Verschiedenes. Der Wohnimmobilienpreisindex (272,2 Punkte) zeigt die Preisentwicklung gegenüber einem Basisjahr - er sagt, dass die Preise gestiegen sind, aber nicht, was ein Quadratmeter kostet. Der Quadratmeterpreis (Median rund 4.162 Euro) zeigt das absolute Niveau, taugt aber nur als grober Anker, weil er Lage, Zustand und Baujahr in einen Topf wirft.

Für die eigene Kaufentscheidung ist keiner der beiden Werte ausreichend. Was zählt, ist der Preis vergleichbarer Objekte in der konkreten Mikrolage - abrufbar über den WKO-Immobilienpreisspiegel, Maklerdaten und die Verkaufspreissammlung des Grundbuchs. Der Bundesschnitt ist nur die Schlagzeile, nicht die Verhandlungsgrundlage.

Regionale Orientierung - Median je Bundesland

Wie weit die Preise auseinandergehen, zeigt der Median für Eigentumswohnungen je Bundesland 2025 (Statistik Austria und WKO-Immobilienpreisspiegel; gerundete Orientierungswerte, in der konkreten Lage stark abweichend):

BundeslandMedian €/m² 2025
Wien~5.212
Salzburg~5.100
Vorarlberg~4.850
Tirol~4.620
Österreich gesamt4.162
Oberösterreich~3.450
Steiermark~3.290
Burgenland~1.859

Zwischen dem günstigsten Bundesland (Burgenland, rund 1.859 Euro/m²) und Wien (rund 5.212 Euro/m²) liegt fast der Faktor 1:3. Ein einziger “Österreich-Preis” existiert also nicht. Wer kauft, vergleicht innerhalb seiner Region - ein Quadratmeterpreis, der in Wien günstig wäre, ist im Mühlviertel teuer. Innerhalb Wiens spreizt sich der Markt zusätzlich von den äußeren Flächenbezirken bis zu den Innenstadtlagen erheblich.

Angebotspreis ist nicht Kaufpreis

Ein verbreiteter Irrtum: Die Quadratmeterpreise auf Immobilienplattformen sind Angebotspreise, nicht das, was am Ende tatsächlich bezahlt wird. In einem Markt mit weniger Käufern als 2021 liegt der erzielte Preis oft spürbar unter dem Inserat - Verhandlungsspielraum von fünf bis zehn Prozent ist je nach Lage und Objekt realistisch.

Die ehrlichste Datenquelle sind die tatsächlich verbücherten Kaufpreise. Die Verkaufspreissammlung des Grundbuchs listet die real bezahlten Preise abgeschlossener Transaktionen - sie ist gegen eine geringe Gebühr abrufbar und der beste Realitätscheck vor einem Kaufangebot. Wie das Grundbuch funktioniert und welche Daten daraus öffentlich sind, erklärt der Beitrag zum Grundbuch und seinen Eintragungen. Wer den Wert eines konkreten Objekts schätzen will, kombiniert diese verbücherten Vergleichspreise mit dem WKO-Immobilienpreisspiegel und einer ehrlichen Einschätzung von Zustand und Mikrolage - der Bundesmedian von 4.162 Euro hilft dabei nur als grobe erste Orientierung.

Dass der Markt sich normalisiert, zeigt auch das Transaktionsvolumen: Laut OeNB werden 2026 wieder etwa so viele Wohnimmobilien verkauft wie im langjährigen Durchschnitt. Die Käuferzurückhaltung der Jahre 2023 und 2024 löst sich also langsam auf, und ein höheres Transaktionsvolumen macht die verbücherten Vergleichspreise zugleich aussagekräftiger als in den dünnen Jahren zuvor.

Kaufen oder mieten 2026?

Die Dauerfrage hat keine pauschale Antwort. Faustregel ist der Kaufpreisfaktor (Kaufpreis geteilt durch Jahresnettomiete): Liegt er unter etwa 20 bis 25, ist Kaufen tendenziell günstig, darüber wird Mieten attraktiver. In teuren Lagen wie Wien liegt der Faktor oft über 30 - dort finanziert man mit dem Kauf vor allem die Wertsteigerungshoffnung mit.

Für den Kauf sprechen Sachwert, Inflationsschutz und die spätere Mietfreiheit; dagegen das gebundene Kapital, die Nebenkosten von rund 10 Prozent und das Klumpenrisiko. Wer mobil bleiben will oder das Objekt in wenigen Jahren wieder verkaufen müsste, fährt mit Mieten oft besser - die hohen Kaufnebenkosten holt man erst über viele Jahre wieder herein. Auf der Mietseite sorgt zudem die Mietpreisbremse im Mietrecht 2026 für gedeckelte Anpassungen, was geregelte Mietverhältnisse zusätzlich attraktiv macht.

Was die Preise treibt

Hinter dem Wiederanstieg stehen mehrere Faktoren: gesunkene Wohnbaukreditzinsen und kräftige Lohnsteigerungen der Vorjahre haben die Leistbarkeit verbessert, dazu kommen der anhaltende Zuzug in die Ballungsräume, knappes Bauland in zentralen Lagen und ein stark gebremster Neubau. Solange das Angebot dem Bedarf hinterherhinkt, bleibt der Druck auf die Preise hoch.

Für Käufer heißt das: Das Warten auf einen großen Preisrückgang ist riskant geworden. Entscheidender als das perfekte Timing ist eine solide, dauerhaft leistbare Immobilienfinanzierung - und der realistische Blick auf alle Nebenkosten beim Immobilienkauf.

Was den Markt 2026 zusätzlich prägt

Zwei politische Faktoren wirken 2026 nach. Erstens das Auslaufen der KIM-Verordnung Mitte 2025: Die strengen Kreditvergaberegeln (20 Prozent Eigenmittel, gedeckelte Rate) sind formal weg, die Banken halten aber an ähnlichen Standards fest - die Finanzierung ist also kaum lockerer geworden. Zweitens befristete Gebühren-Entlastungen: Für das Eigenheim als Hauptwohnsitz entfallen die Grundbuch-Eintragungsgebühr und die Pfandrechtseintragung noch bis 30. Juni 2026 (bis 500.000 Euro Bemessung) - das zieht Käufe tendenziell vor.

Auf der Angebotsseite bleibt der Neubau gedämpft: Hohe Baukosten und teurere Finanzierung haben viele Projekte gestoppt. Weniger Neubau heißt mittelfristig weniger Angebot - ein weiterer Grund, warum die meisten Prognosen für 2026 nach oben zeigen.


Quellen (4)

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch sind die Immobilienpreise in Österreich 2026?

Der österreichweite Medianpreis für Eigentumswohnungen liegt bei rund 4.162 Euro pro Quadratmeter. Regional schwankt das stark - in Wien und westlichen Tourismusregionen deutlich höher, am Land niedriger.

Steigen die Immobilienpreise 2026 wieder?

Ja. Nach dem Tief Mitte 2024 erholt sich der Markt. Von Ende 2024 bis Anfang 2026 stiegen die Preise bundesweit um 3,3 Prozent, für 2026 wird ein weiterer Anstieg von rund 2 bis 3,5 Prozent erwartet.

Wo sind Immobilien in Österreich am teuersten?

In Wien und in den westlichen Bundesländern, vor allem in Tourismusregionen Tirols, Salzburgs und Vorarlbergs. In Wien sind die Wohnungspreise seit 2015 um über 70 Prozent gestiegen.

Lohnt sich der Kauf 2026 noch?

Das hängt von Lage, Finanzierung und Haltedauer ab. Nach der EZB-Zinserhöhung vom Juni 2026 liegen variable Hypothekarkredite wieder bei rund 3,4 Prozent, Fixzins auf 20 Jahre bei etwa 3,6 bis 4,0 Prozent. Wichtiger als das perfekte Timing ist eine solide, dauerhaft leistbare Finanzierung und ein langer Anlagehorizont.

Soll ich kaufen oder mieten?

Eine Faustregel ist der Kaufpreisfaktor (Kaufpreis geteilt durch Jahresnettomiete): unter etwa 20 bis 25 ist Kaufen tendenziell günstig, darüber wird Mieten attraktiver. In teuren Lagen wie Wien liegt der Faktor oft über 30. Wer mobil bleiben will oder bald wieder verkaufen müsste, fährt mit Mieten meist besser - die rund 10 Prozent Kaufnebenkosten holt man erst über Jahre herein.

Sagt der Quadratmeterpreis genug über den Wert aus?

Nein. Der Bundes-Medianpreis (rund 4.162 Euro/m²) ist nur ein grober Anker, weil er Lage, Zustand und Baujahr vermischt. Für die Kaufentscheidung zählt der Preis vergleichbarer Objekte in der konkreten Mikrolage - etwa über den WKO-Immobilienpreisspiegel oder die Verkaufspreissammlung des Grundbuchs.

Sind Immobilien 2026 wirklich teurer geworden?

Nominal ja, real nein. 2025 stiegen die Preise um 2,1 Prozent, bei einer Inflation von 3,8 Prozent. Inflationsbereinigt sind Immobilien laut OeNB damit günstiger als vor einigen Jahren. Seit dem Zinsanstieg ab Q3 2022 sind die Preise nominal sogar um rund 3,3 Prozent gesunken.

MH
Martin Höllinger

Chefredakteur finanzguide.at