Familienbonus Plus 2026 Österreich - 2.000 Euro pro Kind sichern
Familienbonus Plus Rechner 2026
Anspruch/Jahr (Höchstbetrag)
€ 4.000,32
Tatsächliche Entlastung/Jahr
€ 3.901,84
Entlastung/Monat
€ 325,15
€ 98,48 des Familienbonus bleiben ungenutzt, weil Ihre Lohnsteuer dafür nicht reicht.
Der Familienbonus Plus senkt die Steuer höchstens auf null: 2.000,16 € pro Kind unter 18 und 700,08 € ab 18 mit Familienbeihilfe (Werte 2026). Grundlage ist die Tarifsteuer aus dem laufenden Gehalt als Angestellte/r mit 14 Bezügen, ohne weitere Einkünfte, Pendlerpauschale oder Sonderausgaben. Der Kindermehrbetrag (bis 700 € pro Kind) setzt zusätzlich mindestens 30 Tage Erwerbstätigkeit im Jahr voraus. Quelle: BMF, Stand 2026. Keine Steuerberatung.
Wie viel bringt der Familienbonus Plus 2025 und 2026?
Der Familienbonus Plus senkt die Steuerlast jährlich um bis zu 2.000,16 Euro pro Kind unter 18, danach um 700 Euro - solange Familienbeihilfe bezogen wird (in der Regel bis 24). Anspruch hat jeder, der Familienbeihilfe bezieht oder Unterhalt zahlt, in Österreich Lohn- oder Einkommensteuer zahlt und seinen Wohnsitz in der EU oder im EWR hat. Der Bonus läuft entweder unterjährig über das Formular E30 beim Arbeitgeber - oder nachträglich über die Beilage L1k in der Arbeitnehmerveranlagung über FinanzOnline.
Wichtig: Der Familienbonus Plus ist ein Absetzbetrag, kein Freibetrag. Er zieht direkt 2.000,16 Euro Steuer ab - nicht 2.000,16 Euro vom Einkommen.
Beträge und Stufen 2025/2026
| Stufe | Pro Monat | Pro Jahr |
|---|---|---|
| Kind unter 18 | 166,68 € | 2.000,16 € |
| Kind ab 18 mit Familienbeihilfe | 58,34 € | 700,08 € |
| Kindermehrbetrag (Negativsteuer) | - | bis 700 € pro Kind |
Stand September 2026. Das BMF weist dieselben Beträge für 2024, 2025 und 2026 aus; der Familienbonus wird nicht jährlich an die Inflation angepasst.
Wie viel Einkommen es braucht, damit der Bonus voll wirkt. Der Bonus senkt die Tarifsteuer höchstens auf null. Als Angestellte oder Angestellter mit 14 Bezügen und ohne weitere Absetzbeträge brauchen Sie 2026 dafür ungefähr dieses Monatsbrutto:
| Familienbonus, den Sie ausschöpfen wollen | nötiges Monatsbrutto (14×) |
|---|---|
| 1.000,08 € (ein Kind, 50/50 geteilt) | rund 1.834 € |
| 2.000,16 € (ein Kind, ganz) | rund 2.301 € |
| 4.000,32 € (zwei Kinder, ganz) | rund 3.034 € |
Aufteilung zwischen den Eltern - die taktische Entscheidung
Pro Kind und Jahr können Eltern wählen, wer den Familienbonus geltend macht. Drei Varianten sind möglich:
- 100 / 0: ein Elternteil holt sich den vollen Betrag.
- 50 / 50: beide teilen sich den Bonus zu je 1.000,08 Euro pro Kind.
- Bei Getrenntlebenden: Aufteilung zwischen familienbeihilfeberechtigter Person und Unterhaltszahler in den gleichen Varianten 100/0 oder 50/50.
Den Familienbonus kann nur nutzen, wer genug Steuer zahlt. Verdient ein Elternteil wenig (Karenz, Teilzeit), bringt die 100/0-Variante zugunsten des besser verdienenden Elternteils mehr. Bei zwei Einkommen bringen 100/0 und 50/50 nur dann dasselbe, wenn jeder Anteil voll in der Steuer des jeweiligen Elternteils Platz findet: für einen halben Bonus sind das 2026 rund 1.834 Euro Monatsbrutto, für einen ganzen rund 2.301 Euro. Unterhaltszahler können den Bonus nur beanspruchen, wenn sie den Unterhalt voll zahlen und ihnen der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht. Ohne Einigung wird automatisch 50/50 geteilt.
Vergleich: Drei typische Familien
Drei gerechnete Beispiele für 2026, jeweils Angestellte mit 14 Bezügen, Tarifsteuer aus dem laufenden Gehalt ohne weitere Absetzbeträge:
| Familie | Konstellation | Tarifsteuer/Jahr | Wirksamer Familienbonus |
|---|---|---|---|
| A | 1 Kind (5 J.), beide Eltern 2.000 € brutto | je 1.340 € | 100/0: 1.340 €, 50/50: 2.000,16 € |
| B | 2 Kinder (3 und 8 J.), Vater 4.000 € brutto, Mutter in Karenz | Vater über 4.000 € | 4.000,32 € beim Vater (100/0) |
| C | 2 Kinder, getrennt; Mutter bezieht Familienbeihilfe, Teilzeit 1.500 € brutto; Vater 4.000 € brutto, zahlt vollen Unterhalt | Mutter 321 € | 50/50: 2.321 €, 100/0 beim Vater: 4.000,32 € |
Familie A zeigt, dass „beide Vollzeit” nicht automatisch reicht: Bei 2.000 Euro brutto würde ein Elternteil allein nur 1.340 Euro des Bonus nutzen, 660 Euro verfallen. Mit 50/50 findet jeder Anteil von 1.000,08 Euro Platz.
Familie C hat den größten Hebel. Teilen die Eltern 50/50, verfallen bei der Mutter 1.678,68 Euro. Überlässt sie den Bonus zur Gänze dem Vater, wirkt er voll. Unabhängig von der Aufteilung steht der Mutter als Alleinerzieherin zusätzlich der Kindermehrbetrag zu: 2 × 700 Euro minus 321,48 Euro Steuer = 1.078,52 Euro. Der Kindermehrbetrag hängt nicht an der Aufteilung des Familienbonus.
Antrag und Formulare - so kommt der Bonus aufs Konto
Es gibt zwei Wege:
Weg 1: Unterjährig über den Arbeitgeber (Formular E30)
Das ausgefüllte E30 geben Sie bei der Lohnverrechnung Ihres Arbeitgebers ab. Ab dem Folgemonat senkt der Bonus die monatliche Lohnsteuer um bis zu 166,68 Euro pro Kind (bzw. 58,34 Euro über 18). Betraglich ist das laut BMF gleich viel wie der Weg über die Veranlagung, nur früher. Ändert sich etwas (Trennung, andere Aufteilung, Ende der Familienbeihilfe), melden Sie das dem Arbeitgeber mit dem Formular E31. Mit dem 18. Geburtstag stellt der Arbeitgeber den Bonus automatisch ein; für die 58,34 Euro braucht es ein neues E30 mit Beihilfenbestätigung.
Das E30-Formular ist auf bmf.gv.at abrufbar und in den meisten HR-Tools digital eingebunden.
Weg 2: Nachträglich in der Arbeitnehmerveranlagung (Beilage L1k)
In FinanzOnline bei der ANV die Beilage L1k pro Kind ausfüllen: Kindes-Daten, Familienbeihilfe-Bezugsmonate, Aufteilungs-Wunsch. Der Bonus wird auf den errechneten Steuerbetrag angerechnet, fehlende Beträge werden gutgeschrieben.
E30 und Arbeitnehmerveranlagung schließen sich nicht aus. Hat der Arbeitgeber den Bonus schon berücksichtigt, müssen Sie seinetwegen keine Veranlagung machen. Geben Sie aber eine Arbeitnehmerveranlagung ab, müssen Sie den Familienbonus dort laut BMF nochmals beantragen - sonst fehlt er im Bescheid. In der Veranlagung können Sie die Aufteilung auch neu wählen.
Ein Problem entsteht erst, wenn beide Elternteile für dasselbe Kind zusammen mehr als 100 Prozent beanspruchen, etwa beide den vollen Betrag. Dann teilt das Finanzamt im Rahmen einer Pflichtveranlagung auf je 50 Prozent auf, und wer über den Lohnzettel zu viel bekommen hat, zahlt nach. Die Aufteilung vor der Veranlagung mit dem anderen Elternteil abzustimmen, verhindert das.
EU-Ausland und der EuGH-Effekt seit 2022
Seit 2019 hatte Österreich die Familienleistungen (Familienbeihilfe, Familienbonus Plus, Kinder-, Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag, Unterhaltsabsetzbetrag) an das Preisniveau jenes EU-Landes indexiert, in dem das Kind tatsächlich lebte. Polnische, slowakische und ungarische Eltern in Österreich erhielten dadurch weniger als österreichische Familien.
EuGH-Urteil C-328/20 vom 16. Juni 2022: Die Indexierung ist EU-rechtswidrig. Sie diskriminiert Wanderarbeitnehmer indirekt nach Staatsangehörigkeit, ohne sachliche Rechtfertigung.
Konsequenz: Mit BGBl. I Nr. 135/2022 hat das österreichische Parlament die Indexierungs-Bestimmungen aufgehoben - rückwirkend. Eltern, deren Kinder im EU-/EWR-Ausland leben, erhalten seither den vollen österreichischen Bonus. Wer für die Vorjahre zu wenig bekommen hat, muss laut BMF nichts beantragen: Das Finanzamt erstellt neue Bescheide und überweist die Differenz automatisch.
Häufige Fehler
Fehler 1: E30 nie eingereicht. Wer den Familienbonus nie über den Arbeitgeber aktiviert hat, holt ihn rückwirkend in der Arbeitnehmerveranlagung - aber nur für die letzten fünf Jahre. 2026 geht das noch für die Jahre 2021 bis 2025; 2019 und 2020 sind verfallen, wenn damals keine Veranlagung eingereicht wurde.
Fehler 2: Falsche Aufteilung in der Trennung. Eltern, die getrennt leben und sich nicht abstimmen, beantragen beide den vollen Bonus. Folge: Das Finanzamt teilt 50/50 zu, wer über den Lohnzettel zu viel erhalten hat, zahlt die Differenz nach.
Fehler 3: Keine Veranlagung bei geringem Einkommen. Der Kindermehrbetrag wird nicht über die Lohnverrechnung ausbezahlt, sondern nur über die Arbeitnehmerveranlagung. Wer mit Teilzeit oder nach der Karenz keine Veranlagung macht, lässt ihn liegen.
Fehler 4: Volljährigkeits-Stichtag falsch verstanden. Bis zum Monat des 18. Geburtstags zählen die vollen 166,68 Euro, danach 58,34 Euro. Das Kalenderjahr wird automatisch korrekt aufgeteilt - aber nur, wenn die Daten zur Familienbeihilfe in FinanzOnline aktuell sind. Weil der Bonus die Lohnsteuer direkt mindert, wirkt er erst ab einer Steuerlast über null.
Kindermehrbetrag - die Negativsteuer für Geringverdiener
Wer aufgrund des niedrigen Einkommens keinen oder nur einen Teil des Familienbonus Plus nutzen kann, hat unter Umständen Anspruch auf den Kindermehrbetrag. Erstattet wird die Differenz zwischen 700 Euro pro Kind und der Einkommensteuer vor Absetzbeträgen (§ 33 Abs. 7 EStG). Voraussetzungen 2026:
- An mindestens 30 Tagen im Jahr steuerpflichtige Erwerbseinkünfte - oder das ganze Jahr Kinderbetreuungsgeld, Wochengeld oder Pflegekarenzgeld.
- Das Kind zählt steuerlich, also Kinderabsetzbetrag für mehr als sechs Monate im Jahr.
- Einkommensteuer unter 700 Euro pro Kind. Laut BMF entspricht das 2026 einem Einkommen bis 17.038 Euro bei einem Kind, 20.538 Euro bei zwei und 23.356 Euro bei drei Kindern.
- Und Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag - oder auch beim (Ehe-)Partner liegt die Steuer unter dieser Grenze. Im zweiten Fall bekommt nur der Elternteil den Kindermehrbetrag, der die Familienbeihilfe bezieht.
Der Kindermehrbetrag hängt nicht davon ab, wie der Familienbonus aufgeteilt ist. Wer ihn bekommt, kann den Familienbonus trotzdem dem besser verdienenden Elternteil überlassen und bekommt beides.
Unsere Einschätzung
Der Familienbonus Plus ist seit seiner Einführung 2019 das wichtigste Familien-Steuerinstrument in Österreich - aber er wird zu selten optimal aufgeteilt. Wenn Sie nur einen Hebel pro Jahr nutzen, sollte es dieser sein. Drei Schritte für ein Familien-Jahr:
- Im Jänner mit dem anderen Elternteil die Aufteilung festlegen und per E30 beim Arbeitgeber melden. Reicht ein Einkommen nicht für den jeweiligen Anteil (rund 1.834 Euro brutto für die Hälfte, 2.301 Euro für den ganzen Bonus eines Kindes), bringt 100/0 zugunsten des besser Verdienenden mehr.
- In jeder Arbeitnehmerveranlagung den Familienbonus erneut eintragen - auch wenn der Arbeitgeber ihn schon berücksichtigt hat.
- Bei geringem Einkommen die Veranlagung auch wegen des Kindermehrbetrags machen, sofern Alleinverdiener- oder Alleinerzieherstatus besteht oder beide Partner wenig verdienen.
Ändert sich im Lauf des Jahres etwas, etwa durch eine Trennung, gehört die Änderung sofort per E31 zum Arbeitgeber - sonst folgt die Nachzahlung mit dem Bescheid.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Familienbonus Plus 2025 und 2026?
Bis zum 18. Geburtstag des Kindes 166,68 Euro pro Monat, also 2.000,16 Euro pro Jahr. Ab dem Folgemonat 58,34 Euro pro Monat (700 Euro pro Jahr), solange Familienbeihilfe bezogen wird (in der Regel bis 24).
Wer bekommt den Familienbonus Plus?
Anspruchsberechtigt sind alle, die Familienbeihilfe für das Kind beziehen oder Unterhalt zahlen, ihren Wohnsitz in Österreich oder einem EU-/EWR-Staat haben und Lohn- oder Einkommensteuer in Österreich zahlen.
Wie wird der Familienbonus Plus zwischen den Eltern aufgeteilt?
Pro Kind frei wählbar: 100/0 oder 50/50. Bei Getrenntlebenden teilen sich der oder die familienbeihilfeberechtigte Elternteil und der Unterhaltszahler den Bonus in dieser Variante. Die Aufteilung kann jedes Jahr neu festgelegt werden.
Wie beantrage ich den Familienbonus Plus?
Entweder unterjährig über das Formular E30 beim Arbeitgeber - dann wirkt der Bonus sofort in der monatlichen Lohnsteuer - oder nachträglich in der Arbeitnehmerveranlagung über die Beilage L1k in FinanzOnline.
Was passiert, wenn das Kind im EU-Ausland lebt?
Seit dem EuGH-Urteil vom 16.06.2022 ist die Indexierung an das ausländische Preisniveau aufgehoben. Eltern erhalten den vollen österreichischen Betrag, unabhängig davon, ob das Kind in Wien oder in Sofia lebt - Voraussetzung bleibt EU-/EWR-Aufenthalt und Familienbeihilfen-Anspruch.
Was, wenn ich zu wenig Lohnsteuer zahle?
Der Familienbonus senkt die Steuer nur bis auf null, der Rest verfällt. Unter Umständen gibt es stattdessen den Kindermehrbetrag: die Differenz zwischen 700 Euro pro Kind und der Einkommensteuer. Voraussetzungen: an mindestens 30 Tagen Erwerbseinkünfte (oder ganzjährig Kinderbetreuungs-, Wochen- oder Pflegekarenzgeld) und Anspruch auf den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag - oder auch der Partner verdient so wenig, dass seine Steuer unter 700 Euro liegt.