Girokonto Vergleich Österreich 2026 - kostenlos und mit Gehaltskonto
Vergleichs-Matrix Juni 2026
Wichtige Kennzahlen für die häufigsten österreichischen Girokonten. Konditionen ändern sich quartalsweise - vor Eröffnung beim Anbieter prüfen.
| Konto | Monatsgebühr | Bedingung Gratis | Bargeld kostenfrei | Karte | Dispo-Zins |
|---|---|---|---|---|---|
| N26 Standard | 0 € | dauerhaft | 3x/Monat, sonst 2 €/Abh. | Debit-Mastercard | 8,90 % |
| bank99 Konto | 0 € | dauerhaft | unbegrenzt am Schalter | Debitkarte | 9,4 % |
| DKB | 0 € | Aktivkunde (700 € Eingang) | unbegrenzt EU | Visa Debit | 9,49 % |
| Erste Bank Mein Konto Basis | 5,72 €/Monat | ab Mindesteingang gratis | unbegrenzt | Maestro | ca. 10 % |
| BAWAG Konto Direct | 6,40 €/Monat | ab 1.500 € Gehalt | unbegrenzt | Maestro | ca. 10 % |
| Raiffeisen Komfort-Konto | 5,55-7,80 €/Monat | regionale Stufen | unbegrenzt RBG | Debit-Mastercard | ca. 10 % |
| bank99 Plus | 3,99 €/Monat | inkludiert Kreditkarte | unbegrenzt | Debit + Kreditkarte | 9,4 % |
| Anadi Konto | 0 € | ab 1.340 € Gehalt | unbegrenzt | Visa Debit | 8,5 % |
| Revolut Standard | 0 € | dauerhaft | 200 €/Monat gratis | Visa Debit | n.v. (kein Dispo) |
Wirklich kostenlos? Die 4 Klassen
Klasse 1: Dauerhaft 0 € ohne Bedingungen
- N26 Standard - Online-only, sehr gute App
- bank99 Konto - vollwertige Filialbank-Anbindung über Post, gute App
- Revolut Standard - rein digital, multiwährungsfähig
Klasse 2: 0 € bei Mindesteingang
- DKB ab 700 € Eingang
- Anadi ab 1.340 € Eingang
- Hello bank! ab 1.500 € Eingang
Klasse 3: Reduzierte Gebühr bei Mindesteingang
- Erste George, BAWAG, Raiffeisen - voller Funktionsumfang, aber 3-6 € ohne Bedingungen
Klasse 4: Spezialkonten (Studenten, Jugend)
- Erste S-Studentenkonto, BAWAG Studentenkonto, Raiffeisen Jugendkonto - meist 0 € bis 25-27 Jahre. Wer studiert, fährt mit einem Studentenkonto günstiger; für Minderjährige gibt es das Jugendkonto.
Gratiskonto oder Gehaltskonto? Der feine Unterschied
Werbung und Realität klaffen hier auseinander. Banken werben mit “gratis Girokonto”, meinen damit aber oft ein Gehaltskonto: kostenlos nur, solange jeden Monat ein Mindestbetrag eingeht - typisch 1.200 bis 1.500 Euro. Bleibt der Eingang aus (Karenz, Pension, Sabbatical, Jobwechsel mit Lücke), schnappt die Gebühr zu.
Ein echtes Gratiskonto verlangt diese Bedingung nicht. N26 Standard, bank99 und Revolut Standard bleiben kostenlos, egal was am Konto eingeht. Für wen lohnt was? Wer einen stabilen Gehaltseingang über der Schwelle hat, kann das günstige Gehaltskonto einer Filialbank mit vollem Service nutzen. Wer schwankende oder gar keine regelmäßigen Eingänge hat, ist mit einem bedingungslosen Konto besser dran - sonst zahlt man genau in den Monaten, in denen das Geld ohnehin knapp ist.
Was 2026 neu ist: Echtzeitüberweisung und Empfängerprüfung
Zwei EU-Regeln haben den Zahlungsverkehr spürbar verändert. Seit 9. Oktober 2025 muss jede Bank im Euroraum Echtzeitüberweisungen anbieten - und darf dafür nicht mehr verlangen als für eine normale SEPA-Überweisung. Das Geld ist binnen Sekunden beim Empfänger, rund um die Uhr. Wo die Standardüberweisung gratis ist - bei fast allen Konten in der Tabelle oben -, kostet auch die Sekundenüberweisung nichts mehr. Früher war das ein kostenpflichtiges Extra von bis zu mehreren Euro pro Vorgang.
Gleichzeitig kommt die Empfängerverifizierung (Verification of Payee): Vor der Freigabe gleicht die Bank ab, ob der eingegebene Name zum Kontoinhaber der IBAN passt. Stimmt es nicht überein, gibt es eine Warnung. Das senkt das Risiko von Fehlüberweisungen und Betrug. Beim Kontowechsel lohnt es sich also, auf eine funktionierende Echtzeit- und App-Anbindung zu achten - das ist heute Standard, nicht Luxus.
Vergleichs-Rechnung: 5 Jahre Kontoführung
Wer 5 Jahre lang ein Konto führt, zahlt je nach Anbieter erhebliche Unterschiede:
| Konto | Monats-Gebühr | 5 Jahre |
|---|---|---|
| N26 Standard | 0 € | 0 € |
| bank99 Konto | 0 € | 0 € |
| Erste Mein Konto Basis (ohne Gehalt) | 5,72 € | 343 € |
| BAWAG (ohne Gehalt) | 6,40 € | 384 € |
| Raiffeisen (Standard) | 6,50 € | 390 € |
Lesart: Bei reinem Direktvergleich der Kontoführungsgebühren spart der Wechsel von einer Filialbank zur Neobank rund 350 € über 5 Jahre. Wer Bargeld-Schalter und Beratungs-Service nutzt, akzeptiert die Gebühr oft - das sollte aktive Entscheidung sein, nicht Trägheit.
Dispokredit: der teuerste Kredit am Konto
Ein Posten, der bei der Kontowahl gern übersehen wird, weil er erst im Minus schmerzt: der Dispozins. Die Konten in der Tabelle liegen 2026 zwischen rund 8,9 Prozent (N26) und rund 10 Prozent bei den Filialbanken - nach der EZB-Zinsanhebung vom Juni 2026 eher am oberen Rand. Das ist deutlich mehr als jeder reguläre Ratenkredit.
Ein Rechenbeispiel macht es greifbar: Wer das Konto über drei Monate hinweg mit durchschnittlich 1.500 Euro überzieht, zahlt bei 11 Prozent etwa 41 Euro Zinsen - für eine Summe, die viele kaum als “Kredit” wahrnehmen. Noch teurer wird es bei der geduldeten Überziehung über den vereinbarten Rahmen hinaus: Dann verlangen manche Banken Überziehungszinsen von 13 Prozent und mehr. Wer dauerhaft im Dispo steckt, fährt mit einem klassischen Ratenkredit oder einer Umschuldung fast immer günstiger - ein Kreditvergleich zeigt die Differenz schnell. Der Dispo ist für die Überbrückung weniger Tage gedacht, nicht als Dauerlösung. Bei der Kontowahl lohnt deshalb ein Blick auf den Dispozins - vor allem, wenn das Konto öfter ins Minus rutscht.
Konto eröffnen: Video-Ident in zehn Minuten
Die Eröffnung läuft heute fast überall digital. Bei N26, bank99, DKB und Revolut genügt das Smartphone: Ausweis bereithalten, per Video-Ident oder Foto-Ident legitimieren, fertig - oft in unter zehn Minuten, die Karte kommt per Post. Filialbanken bieten daneben den Termin vor Ort, was bei Beratungsbedarf sinnvoll bleibt. Benötigt werden in der Regel ein amtlicher Lichtbildausweis, ein Wohnsitznachweis und - bei Nicht-EU-Bürgern - ein Aufenthaltstitel. Ein Mindesteinkommen ist für die reine Konto-Eröffnung nicht nötig; es entscheidet nur darüber, ob die Gratis-Bedingung eines Gehaltskontos erfüllt ist.
Worauf es im Alltag wirklich ankommt, ist die Banking-App. Erste George und BAWAG Klar gelten als die ausgereiftesten Apps am österreichischen Markt; bei den Neobanken setzen N26 und Revolut Maßstäbe bei Tempo und Funktionsumfang. Achten sollte man auf: Apple Pay und Google Pay, Echtzeit-Push bei jeder Buchung, einfache Dauerauftrags-Verwaltung und eine funktionierende Karten-Sofortsperre. Diese Funktionen entscheiden im täglichen Gebrauch mehr über die Zufriedenheit als ein paar Euro Monatsgebühr.
Die versteckten Kosten jenseits der Monatsgebühr
Die Monatsgebühr ist nur der sichtbare Teil. Die echten Unterschiede stecken im Kleingedruckten - genau das, was der neutrale AK Bankenrechner Posten für Posten gegenüberstellt:
- Bankomatgebühren bei Fremdbanken: Am eigenen Automaten gratis, am fremden können einzelne Betreiber bis zu 2 Euro pro Abhebung verlangen. Wer oft bar abhebt, sollte die Regeln zu Bankomatgebühren kennen.
- Bargeld bei Neobanken: N26 Standard erlaubt nur drei Gratis-Abhebungen pro Monat, danach 2 Euro je Vorgang. Revolut Standard deckelt das Gratis-Limit bei 200 Euro im Monat. Für Bargeld-Nutzer ist das ein echter Kostenpunkt.
- Kreditkarte und Kontoauszug: Eine echte Kreditkarte kostet bei Filialbanken oft 20 bis 40 Euro im Jahr extra; der Papier-Kontoauszug am Schalter ebenfalls.
- Fremdwährung im Ausland: Außerhalb der Eurozone schlagen Banken Fremdwährungsentgelte auf. Wer viel reist oder in Fremdwährung spart, prüft besser ein eigenes Fremdwährungskonto oder eine Reise-Karte.
Unterm Strich: Zwei Konten mit derselben Monatsgebühr können sich über das Jahr um 100 Euro und mehr unterscheiden - je nach Nutzungsprofil.
Einlagensicherung: bis 100.000 Euro - aber wo?
Das Geld am Girokonto ist geschützt: Bis 100.000 Euro pro Person und Institut greift die gesetzliche Einlagensicherung. Der Haken bei Neobanken ist nicht die Höhe, sondern das zuständige Land. Denn die Sicherung läuft über das Heimatland der Bank:
| Bank | Heimatland | Sicherungssystem |
|---|---|---|
| bank99, Erste, BAWAG, Raiffeisen | Österreich | Einlagensicherung AUSTRIA |
| N26, DKB | Deutschland | Entschädigungseinrichtung deutscher Banken |
| Revolut (Revolut Bank UAB) | Litauen | litauisches Einlagensicherungssystem |
Überall sind es nach der EU-Richtlinie 2014/49/EU mindestens 100.000 Euro. Im Insolvenzfall einer ausländischen Bank wickelt aber das jeweilige Heimatland die Entschädigung ab - bei Revolut etwa innerhalb von sieben Arbeitstagen über Litauen. Für die meisten Sparer ist das unkritisch, sollte aber bei größeren Guthaben eine bewusste Entscheidung sein.
Wechsel-Checkliste
- Neues Konto eröffnen. Online via Video-Ident bei N26, bank99, DKB; bei Filial-Banken auch Filial-Termin.
- Daueraufträge auflisten. Über Online-Banking der alten Bank Liste exportieren.
- Lastschriften auflisten (Stromanbieter, Streaming, Versicherungen).
- Gehaltseingang umstellen beim Arbeitgeber - neuer IBAN bekannt geben.
- Lastschriften umstellen bei den Vertragspartnern.
- Restguthaben vom alten auf neues Konto überweisen.
- Alte Karte sperren, ggf. Bankomatkarte zurücksenden.
- Altes Konto kündigen schriftlich oder im Online-Banking. 1 Monat Frist üblich.
Tipp: Sie müssen das nicht alles selbst machen. Das Verbraucherzahlungskontengesetz (VZKG) verpflichtet die neue Bank zu einer Kontowechselhilfe: Sie übernimmt auf Wunsch alle Daueraufträge und Lastschriften und informiert die Zahlungspartner. Der gesamte Wechsel ist binnen zwölf Geschäftstagen abzuwickeln. Wie das Schritt für Schritt läuft, steht im Detail im Kontowechsel-Guide.
Welches Konto wofür?
- Hauptkonto mit Bargeld-Bedarf: bank99 oder Erste George.
- Reines digitales Gehaltskonto: N26 Standard, DKB Aktivkunde.
- Reise / Multiwährung: Revolut Premium oder N26 You; bei größeren Beträgen ein eigenes Fremdwährungskonto.
- Studenten und Jugendliche: Studentenkonto oder Jugendkonto - bis 25 bzw. 27 Jahre meist 0 €.
- Paare und WGs: ein Gemeinschaftskonto für die gemeinsamen Fixkosten.
- Selbstständige: kein Privatkonto verwenden, eigenes Geschäftskonto.
- Ohne regelmäßiges Einkommen: das gesetzlich garantierte Basiskonto sichert die Teilnahme am Zahlungsverkehr.
Häufig gestellte Fragen
Welches Girokonto ist 2026 wirklich kostenlos?
N26 Standard und bank99 sind dauerhaft kostenlos ohne Bedingungen. DKB ist mit aktivem Kunden-Status kostenfrei. Filial-Banken (Erste, BAWAG, Raiffeisen) verlangen ohne Bedingungen 4-10 €/Monat.
Was ist beim Wechsel zu beachten?
Daueraufträge, Lastschriften, Gehaltseingang umstellen, alte Karte sperren, alten Saldo überweisen, Konto schriftlich kündigen. Die meisten Banken bieten einen Kontowechsel-Service mit automatischer Übertragung.
Erste Bank oder Raiffeisen - was ist günstiger?
Beide ähnlich: 4-6 €/Monat ohne Gehaltseingang, kostenfrei ab einem definierten Mindesteingang (typisch 1.200-1.500 €). Unterschiede in Online-Banking-Apps und Filialnetz.
Wer hat die beste App?
Erste George App und BAWAG Klar gelten als die ausgereiftesten Banking-Apps in Österreich. Bei Neobanken: N26 und Revolut. bank99 holt seit 2024 deutlich auf.
Sind Echtzeitüberweisungen jetzt kostenlos?
Ja. Seit 9. Oktober 2025 müssen alle Banken im Euroraum Echtzeitüberweisungen anbieten - und dürfen dafür nicht mehr verlangen als für eine normale SEPA-Überweisung. Wo die Standardüberweisung gratis ist, ist es auch die Echtzeitvariante.
Wie sicher ist mein Geld bei N26 oder Revolut?
Bis 100.000 Euro pro Person greift die Einlagensicherung - aber jeweils im Heimatland der Bank: N26 über die deutsche, Revolut über die litauische, bank99 und Erste über die österreichische. Innerhalb der EU sind überall mindestens 100.000 Euro garantiert.
Habe ich ein Recht auf ein Girokonto?
Ja. Das Verbraucherzahlungskontengesetz (VZKG) gibt jeder Person mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU einen Anspruch auf ein Basiskonto - auch ohne regelmäßiges Einkommen. Banken dürfen es nur in engen Ausnahmefällen verweigern.
Chefredakteur finanzguide.at