Jugendkonto Österreich 2026 - ab welchem Alter, Rechte, Kosten

Von Martin Höllinger Stand 20.06.2026 Lesezeit 11 Min Quellen geprüft

Ab welchem Alter bekommt man ein Jugendkonto?

Ein Jugendkonto können Jugendliche in Österreich ab 14 Jahren selbst eröffnen, weil sie als mündige Minderjährige über eigenes Einkommen und Taschengeld verfügen dürfen. Jüngere Kinder, bei vielen Banken ab dem 10. Lebensjahr, bekommen ein Konto nur mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. In jedem Fall ist es ein reines Guthabenkonto ohne Überziehungsmöglichkeit.

Das ist mehr als eine Bankregel. Dahinter steht die abgestufte Geschäftsfähigkeit des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuchs (ABGB). Wer sie kennt, versteht, warum ein 14-Jähriger sein Lehrlingsgeld selbst abheben darf, aber kein teures Handy auf Raten kaufen kann.

Was Jugendliche laut ABGB selbst dürfen

Das Gesetz teilt Minderjährige in Stufen ein. Mit jeder Stufe wächst, worüber junge Menschen selbst entscheiden dürfen. Geregelt ist das in den §§ 21, 170, 171 und 865 ABGB.

AlterRechtsstatusWas am Konto möglich ist
unter 7geschäftsunfähignur über die Eltern; allenfalls kleine Taschengeldkäufe
7 bis 14unmündig minderjährigKonto nur mit Zustimmung der Eltern; Verfügung im Rahmen des Taschengelds
14 bis 18mündig minderjährigGuthabenkonto selbst eröffnen; freie Verfügung über eigenes Einkommen und Taschengeld
ab 18voll geschäftsfähigreguläres Girokonto, volle Verfügung, Dispo möglich

Der entscheidende Sprung passiert mit 14. Ab da gilt ein junger Mensch als mündiger Minderjähriger. Nach § 170 ABGB darf er über sein Einkommen aus eigenem Erwerb, etwa die Lehrlingsentschädigung oder den Lohn aus einem Ferialjob, und über Sachen, die ihm zur freien Verfügung überlassen wurden, also typischerweise das Taschengeld, frei verfügen und sich verpflichten.

Diese Freiheit hat eine klare Grenze: Sie endet dort, wo die Befriedigung der eigenen Lebensbedürfnisse gefährdet würde. Ein 15-Jähriger darf also vom Ferialgeld ein Konzertticket kaufen, aber keine Verpflichtung eingehen, die ihn finanziell aushöhlt. Für größere Geschäfte, einen Handyvertrag mit Bindung oder einen Lehrvertrag, braucht es weiter die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter. Das ist kein Misstrauen, sondern der gesetzliche Schutz vor Übervorteilung.

Für das Konto heißt das: Ab 14 ist die eigenständige Eröffnung eines Guthabenkontos möglich, weil das genau in den Bereich fällt, über den mündige Minderjährige selbst bestimmen. Davor handeln die Eltern als gesetzliche Vertreter - sie eröffnen das Konto und können Abhebungslimits festlegen.

Warum ein Jugendkonto nie ins Minus rutscht

Jedes Jugendkonto ist ein reines Guthabenkonto. Es kann nur so viel abgehoben oder ausgegeben werden, wie tatsächlich am Konto liegt. Ein Überziehungsrahmen, wie ihn ein normales Girokonto für Erwachsene bietet, ist für Minderjährige ausgeschlossen.

Das hat einen doppelten Sinn. Erstens schützt es vor Schulden in einem Alter, in dem die Erfahrung mit Geld erst wächst. Zweitens deckt es sich mit der Rechtslage: Ein Minderjähriger kann ohne Zustimmung der Eltern gar keinen Kreditrahmen wirksam vereinbaren. Die Bank würde auf einem Saldo sitzen bleiben, den sie rechtlich kaum durchsetzen kann. Guthabenbasis ist hier also Verbraucherschutz und Eigeninteresse der Bank zugleich.

Praktisch bedeutet das: Die Debitkarte funktioniert nur, solange Deckung da ist. Wird das Konto leer, lehnt das Terminal ab. Genau dieser Mechanismus macht das Jugendkonto zum besten Lernfeld für den Umgang mit Geld. Wer früh sieht, dass das Taschengeld endlich ist, lernt das Haushalten, lange bevor der erste echte Lohn kommt. Wer zusätzlich etwas zur Seite legen will, kombiniert das Konto mit einem Sparbuch oder einem kleinen Sparplan.

Was Sie zur Eröffnung brauchen

Die Unterlagen hängen vom Alter ab. Ab 14 kann der oder die Jugendliche bei vielen Banken selbst in die Filiale gehen, manche verlangen trotzdem bis zur Volljährigkeit die Zustimmung eines Elternteils. Bei unter 14-Jährigen eröffnen die gesetzlichen Vertreter das Konto.

Das brauchen Sie üblicherweise:

  • einen amtlichen Lichtbildausweis des Kindes (Reisepass oder Personalausweis),
  • bei jüngeren Kindern zusätzlich die Geburtsurkunde,
  • eine Meldebestätigung,
  • bei unter 14-Jährigen die Ausweise und die Zustimmung der gesetzlichen Vertreter, in der Regel beider Elternteile.

Eine Steuernummer ist nicht nötig, ein eigenes Einkommen ebenso wenig - ein Jugendkonto setzt keinen Gehaltseingang voraus. Manche Banken bieten die Eröffnung online per Video-Identifikation an, bei Minderjährigen läuft das aber häufiger noch über die Filiale, weil die Zustimmung der Eltern dokumentiert werden muss. Planen Sie den Termin gemeinsam, dann sind alle nötigen Unterschriften gleich beisammen.

Eltern: Kontrolle ohne Haftungsrisiko

Eine berechtigte Sorge vieler Eltern: Hafte ich, wenn mein Kind das Konto überzieht? Die klare Antwort lautet nein - schlicht, weil ein Jugendkonto nicht überzogen werden kann. Ohne Dispo entsteht kein Minus, für das jemand geradestehen müsste. Das unterscheidet das Jugendkonto grundlegend von einem Gemeinschaftskonto, bei dem alle Kontoinhaber solidarisch für ein Minus haften.

Solange das Kind unter 14 ist, handeln die Eltern als gesetzliche Vertreter. Sie können Abhebungs- und Tageslimits festlegen und behalten so den Überblick, ohne jeden Einkauf kontrollieren zu müssen. Mit 14 wandert die Verfügungsgewalt über das eigene Einkommen und das Taschengeld zum Jugendlichen - die Eltern bleiben aber für größere Geschäfte im Spiel, etwa wenn ein Vertrag mit laufenden Zahlungspflichten ansteht.

Sinnvoll ist, das Konto von Beginn an als Lerninstrument zu behandeln statt als Überwachungswerkzeug. Wer dem Kind zutraut, mit dem Taschengeld zu wirtschaften, und nur bei echten Fehlentscheidungen eingreift, erreicht mehr als mit engmaschiger Kontrolle. Der gesetzliche Rahmen ist bewusst so gebaut, dass junge Menschen Verantwortung in einem geschützten Raum üben.

Gratis Kontoführung - und die Falle danach

Die Kontoführung ist bei Jugendkonten fast überall kostenlos. Der Haken liegt im Ablaufdatum: Die Gratis-Phase endet je nach Bank mit 19, 20 oder 21 Jahren, danach greift ein regulärer Tarif. Hier ein Vergleich konkreter Konditionen, Stand Juni 2026.

Bank / KontoAltersbereichKontoführungDebitkarte
Erste Sparkasse spark7rund 10 bis 19gratisinklusive, mit 16-stelliger Nummer
bank99 Aktivkonto99 Jugend14 bis 20 (bis 21. Geburtstag)0 €, danach 6,39 €/Monatinklusive, Apple/Google Pay
Bank Austria JugendkontoJugendliche/Studierendegratis in der Aktionsphaseinklusive
Hypo Vorarlberg Junges Kontounter 26gratisinklusive

Quellen: Anbieterseiten, Stand Juni 2026. Genaue Altersgrenzen und Folgetarife je Bank prüfen, sie ändern sich regelmäßig.

Der teuerste Fehler ist, die Umstellung zu verschlafen. Bei bank99 kostet das Konto ab dem 21. Geburtstag 6,39 € pro Monat, also rund 77 € im Jahr - Geld, das man als junger Erwachsener selten übrig hat. Sobald die Gratis-Phase ausläuft, lohnt der Blick auf andere Anbieter. Studierende kommen oft noch in einen vergünstigten Studententarif, alle anderen vergleichen reguläre Konten. Wie ein sauberer Kontowechsel ohne verlorene Daueraufträge funktioniert, steht im eigenen Beitrag.

Wer schon ins Berufsleben startet, sollte beim Vergleich auch auf Bankomatgebühren achten, denn dort versteckt sich bei manchen Tarifen der eigentliche Kostentreiber.

Debitkarte, Online-Shopping und Sicherheit

Zum Jugendkonto gehört heute selbstverständlich eine Debitkarte, meist inklusive Apple Pay und Google Pay. Bei der Erste Sparkasse hat die Karte eine 16-stellige Nummer, womit auch Online-Shopping möglich ist - früher ein Knackpunkt, weil reine Bankomatkarten online nicht funktionierten.

Damit verschiebt sich die wichtigste Aufgabe von der Bank zu den Eltern und Jugendlichen selbst: der sichere Umgang. Eine Karte mit Online-Funktion bedeutet, dass Phishing, Fake-Shops und unbedachte In-App-Käufe real werden. Vor der ersten Online-Bestellung lohnt ein gemeinsames Gespräch über die Grundregeln, die im Beitrag zur Online-Banking-Sicherheit zusammengefasst sind. Eltern können bei vielen Banken zusätzlich Tageslimits oder Abhebungslimits setzen, solange das Kind unter 14 ist.

Wer früh ein Gefühl für digitales Bezahlen entwickelt, profitiert später. Trotzdem gilt: Die Karte ist ein Werkzeug, kein Spielzeug. Geht sie verloren, sollte sie sofort gesperrt werden - die Sperrnummer gehört ins Handy, bevor etwas passiert.

Vom Jugendkonto zum eigenen Finanzleben

Mit 18 ist die volle Geschäftsfähigkeit erreicht. Das Konto wird in der Regel automatisch in ein reguläres Girokonto umgewandelt, oft aber erst nach Ende der Gratis-Phase. Das ist der Moment, in dem aus dem geschützten Lernkonto ein vollwertiges Finanzwerkzeug wird, mit allen Rechten und Pflichten.

Für viele fällt dieser Übergang mit dem Studienbeginn oder dem ersten Job zusammen. Studierende sollten dann nicht nur das Konto, sondern das gesamte Finanzpaket neu denken: Manche Förderungen wie die Studienbeihilfe laufen über das eigene Konto, der erste Lohn bringt Themen wie Lohnsteuer und Sozialversicherung mit sich. Wer hier von Anfang an Überblick hält, startet entspannter.

Auch der Verbraucherschutz greift jetzt anders. Als volljährige Person trägt man die Verantwortung für Verträge selbst. Welche Rechte dabei gelten, von der Gewährleistung bis zum Rücktrittsrecht im Online-Handel, fasst der Überblick zum Konsumentenschutz zusammen. Das Jugendkonto hat seinen Zweck dann erfüllt: Es hat die Jahre überbrückt, in denen Geld zwar floss, die volle rechtliche Mündigkeit aber noch fehlte.

Quellen (3)

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Alter kann man ein Jugendkonto eröffnen?

Ab 14 Jahren können Jugendliche in Österreich ein Guthabenkonto selbst eröffnen, weil sie als mündige Minderjährige über ihr eigenes Einkommen und Taschengeld verfügen dürfen. Davor, oft ab dem 10. Lebensjahr, geht es nur mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter.

Was darf ein 14-Jähriger mit dem Konto laut Gesetz?

Ein mündiger Minderjähriger darf nach § 170 ABGB über sein Einkommen aus eigenem Erwerb (etwa Lehrlingsentschädigung oder Ferialjob) und über Taschengeld frei verfügen. Grenze: Es darf nicht die Deckung seiner Lebensbedürfnisse gefährden. Größere Geschäfte brauchen die Eltern.

Kann ein Jugendkonto ins Minus rutschen?

Nein. Jugendkonten sind reine Guthabenkonten. Es kann nur ausgegeben werden, was tatsächlich am Konto liegt. Einen Überziehungsrahmen (Dispo) gibt es für Minderjährige nicht - das schützt vor Schulden und ist gesetzlich gewollt.

Ist ein Jugendkonto wirklich kostenlos?

Die Kontoführung ist bei den meisten Banken gratis, oft bis zum 19. oder 20. Geburtstag, bei bank99 bis 21. Danach läuft das Konto in einen regulären Tarif. Bei bank99 wären das ab dem 21. Geburtstag 6,39 € pro Monat. Vor dem Auslaufen lohnt der Vergleich.

Bekommt man zum Jugendkonto eine Debitkarte?

Ja, eine Debitkarte ist bei Jugendkonten in der Regel inklusive, häufig mit Apple Pay und Google Pay. Bei der Erste Sparkasse hat die Karte eine 16-stellige Nummer und ermöglicht damit auch Online-Shopping. Bargeld behebt man am Bankomat innerhalb des Guthabens.

Was passiert mit dem Jugendkonto, wenn man 18 wird?

Mit 18 ist man voll geschäftsfähig. Das Jugendkonto wird meist automatisch in ein reguläres Girokonto umgewandelt, oft erst nach Ende der Gratis-Phase mit 19, 20 oder 21. Ab dann fallen Kontoführungsgebühren an. Das ist der richtige Zeitpunkt, Anbieter zu vergleichen.

MH
Martin Höllinger

Chefredakteur finanzguide.at