Gaspreis-Vergleich Österreich 2026: kWh-Preis und wechseln
Was Gas in Österreich 2026 kostet
Ein Haushalt zahlt 2026 im Schnitt 9 bis 13 Cent pro Kilowattstunde Gas brutto. Bei einem typischen Verbrauch von 15.000 kWh für Heizung und Warmwasser ergibt das rund 1.200 bis 1.500 Euro im Jahr. Der Gasanbieterwechsel funktioniert wie beim Strom, ist kostenlos und kann laut durchblicker bis zu 680 Euro pro Jahr sparen - vor allem für Bestandskunden aus den teuren Krisenjahren.
Genau hier liegt die größte Chance. Wer 2022 oder 2023 in einem Tarif gelandet ist, zahlt beim Energieanteil oft noch 11 bis 19 Cent pro kWh. Neukunden bekommen denselben Energieanteil heute schon ab 4,5 bis 5,5 Cent. Diese Lücke ist riesig, weil Versorger die Preise für Bestandskunden viel langsamer senken als sie neue Angebote kalkulieren.
Warum Bestandskunden so viel mehr zahlen
Der Großhandelspreis für Erdgas an der niederländischen Börse TTF liegt 2026 bei 35 bis 45 Euro pro Megawattstunde. Zum Vergleich: Im August 2022 schoss er kurzzeitig über 300 Euro. Die Beschaffung ist also längst wieder günstig.
Bei den Endkunden kommt das unterschiedlich schnell an. Neukundentarife folgen dem Markt fast in Echtzeit, weil die Versorger damit um neue Kunden werben. Bestandstarife dagegen sinken träge. Wer nie aktiv wechselt, bleibt in einem alten, teuren Produkt hängen und subventioniert faktisch die günstigen Lockangebote der Neukunden. Das ist kein Naturgesetz, sondern eine bewusste Preisstrategie - und der einzige Grund, warum ein Wechsel so viel bringt.
Ein konkretes Spar-Beispiel für 15.000 kWh, nur auf den Energieanteil bezogen:
| Posten | Teurer Bestandstarif | Günstiger Neutarif |
|---|---|---|
| Energie-Arbeitspreis (netto) | 12,0 ct/kWh | 5,0 ct/kWh |
| Energiekosten 15.000 kWh netto | 1.800 € | 750 € |
| + 20 % USt | 2.160 € | 900 € |
| Differenz pro Jahr | - | rund 1.260 € weniger |
Das Beispiel zeigt die Maximaldifferenz für jemanden, der seit Jahren nicht gewechselt hat. Realistischer sind die von durchblicker genannten bis zu 680 Euro, aber selbst das ist mehr als bei fast jedem anderen Spartipp im Haushalt. Wie sich solche Energiekosten in die allgemeine Teuerung einordnen, zeigen die VPI-Daten.
Ob Sie überzahlen, erkennen Sie in einer Minute. Nehmen Sie Ihre letzte Gasrechnung und suchen Sie den reinen Energie-Arbeitspreis in Cent pro kWh (nicht den Gesamtpreis). Liegt dieser Wert deutlich über 6 Cent netto, sitzen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Altvertrag und sollten sofort vergleichen. Liegt er unter 6 Cent, sind Sie bereits gut unterwegs und müssen nur darauf achten, dass nach dem ersten Jahr kein Aufschlag greift. Diese eine Zahl ist aussagekräftiger als jede Werbung mit Prozent-Rabatten, weil sie den einzigen Posten betrifft, den Sie tatsächlich steuern.
Woraus sich der Gaspreis zusammensetzt
Wie beim Strompreis besteht auch der Gaspreis aus drei Blöcken. Die Gewichtung ist aber anders: Beim Gas macht der Energiepreis einen größeren Anteil aus, das Netzentgelt einen kleineren.
| Block | Wer kassiert | Anteil | ca. ct/kWh |
|---|---|---|---|
| Energiepreis | Ihr Lieferant | ~50 % | 4,5-6 |
| Gasnetzentgelt | Netzbetreiber (reguliert) | ~20 % | 1,5-3 |
| Steuern und Abgaben | Bund, Gemeinde | ~30 % | siehe unten |
Nur den Energiepreis können Sie über einen Anbieterwechsel beeinflussen. Netzentgelt und Steuern stehen fest. Das ist exakt dasselbe Prinzip wie beim Stromanbieterwechsel: Vergleichen lohnt nur am Energieblock, dort aber umso mehr.
Die Steuern und Abgaben im Detail
Der staatliche Anteil beim Gas setzt sich 2026 aus drei Posten zusammen:
- Erdgasabgabe: rund 0,66 Cent pro kWh (entspricht 6,60 Cent pro Normkubikmeter). Eine reine Verbrauchssteuer des Bundes.
- CO2-Bepreisung: 2026 unverändert 55 Euro pro Tonne CO2. Auf Gas umgelegt sind das rund 1 Cent pro kWh. Die ursprünglich geplante Umstellung auf ein Auktionssystem mit Korridor bis 65 Euro wurde verschoben, der Fixpreis bleibt eingefroren. Mehr dazu im Beitrag zum CO2-Preis und Klimabonus.
- Umsatzsteuer: 20 Prozent auf den gesamten Rechnungsbetrag, inklusive Energie, Netz und der anderen Abgaben. Das ist auch beim Gas die größte Einzelposition.
Anders als beim Strom gibt es beim Gas keinen Erneuerbaren-Förderbeitrag. Dafür schlägt die CO2-Bepreisung beim fossilen Gas zu Buche, beim Strom nicht. Die Heizkosten lassen sich übrigens teilweise über die Betriebskosten abrechnen, wenn Sie zur Miete wohnen - prüfen Sie Ihre jährliche Abrechnung genau.
Gasnetzentgelte 2026: kräftiger Anstieg je Bundesland
Der eine Posten, der 2026 spürbar steigt, ist das Netzentgelt. Die E-Control hat die Gasnetzentgelte österreichweit um durchschnittlich 18,2 Prozent angehoben. Für einen Durchschnittshaushalt mit 15.000 kWh bedeutet das rund 64 Euro Mehrkosten pro Jahr, also gut 5 Euro im Monat.
Der Grund klingt paradox: Weil immer mehr Haushalte von Gas auf Fernwärme, Wärmepumpe oder andere Heizsysteme umsteigen, sinkt die durchgeleitete Gasmenge. Die fixen Kosten für das Leitungsnetz verteilen sich dadurch auf weniger Kilowattstunden, der Preis pro kWh steigt. Wer beim Gas bleibt, zahlt die Netzkosten der Aussteiger anteilig mit.
Die Erhöhung fällt regional sehr unterschiedlich aus. So viel mehr zahlt ein 15.000-kWh-Haushalt 2026 fürs Gasnetz:
| Bundesland | Mehrkosten/Jahr | Anstieg |
|---|---|---|
| Kärnten | +142 € | +35 % |
| Burgenland | +120 € | +25 % |
| Steiermark | +104 € | +27 % |
| Niederösterreich | +100 € | +30 % |
| Wien | +85 € | +17 % |
| Salzburg | +45 € | +14,5 % |
| Vorarlberg | +40 € | +12 % |
| Tirol | +40 € | +9 % |
| Oberösterreich | +28 € | +7 % |
Kärnten trifft es mit plus 35 Prozent am härtesten, Oberösterreich kommt mit plus 7 Prozent am glimpflichsten davon. Diese Erhöhung können Sie nicht vermeiden. Umso wichtiger ist es, den einzigen beeinflussbaren Block - den Energiepreis - so niedrig wie möglich zu halten. Gerade in den teuren Netzgebieten rechnet sich der Wechsel daher besonders.
Fixpreis, Floater oder Indextarif beim Gas
Beim Gastarif stehen Sie vor derselben Grundsatzentscheidung wie beim Strom, nur mit höheren Beträgen, weil der Jahresverbrauch beim Heizen deutlich größer ist. Drei Modelle sind üblich.
Ein Fixpreis mit Preisgarantie sichert den Arbeitspreis für meist zwölf Monate. Sie wissen genau, was Sie zahlen, und sind gegen Erhöhungen geschützt. Der Preis dafür ist ein kleiner Aufschlag und eine Bindungsfrist. Das passt für alle, die Planungssicherheit über die Heizsaison wollen.
Ein Floater koppelt den Preis an einen Marktindex und gibt fallende Großhandelspreise rascher weiter, steigt aber auch schneller. Ohne Bindung sind Sie flexibel, tragen aber das Preisrisiko selbst. Bei aktuell niedrigem TTF-Preis von 35 bis 45 Euro pro Megawattstunde ist das Risiko überschaubar, eine Garantie gibt es aber nicht.
Ein reiner Indextarif bildet eine Formel ab, etwa den Großhandelspreis plus festen Aufschlag. Er ist transparent, aber schwerer vergleichbar. Für die meisten Haushalte ist ein günstiger Floater oder ein fairer Fixpreis die einfachere Wahl. Entscheidend bleibt der nackte Energie-Arbeitspreis, nicht das Etikett des Tarifs.
Häufige Fehler beim Gasanbieterwechsel
Der teuerste Fehler ist auch hier das Nichtstun. Wer einmal abgeschlossen hat und dann jahrelang im automatisch verlängerten Tarif bleibt, landet nach dem Auslaufen des Bonus wieder im teuren Bestand. Die Heizkosten sind der größte Energieposten im Haushalt, hier wirkt Trägheit am stärksten.
Ein zweiter Fehler: nur auf den Gesamtbetrag der Jahresrechnung schauen. Weil die Netzentgelte 2026 kräftig gestiegen sind, kann Ihre Rechnung höher sein als im Vorjahr, obwohl Ihr Energiepreis gesunken ist. Vergleichen Sie deshalb gezielt den Energie-Arbeitspreis, nicht die Endsumme.
Drittens unterschätzen viele den Effekt des Verbrauchs. Beim Strom geht es um wenige hundert Euro Energieanteil, beim Gas um über tausend. Ein Cent Unterschied beim Arbeitspreis macht bei 15.000 kWh schon 150 Euro netto im Jahr aus. Genau deshalb lohnt der Aufwand beim Gas noch mehr als beim Strom.
So vergleichen und wechseln Sie richtig
Der Ablauf ist identisch mit dem Strom. Sie vergleichen die Tarife im neutralen Tarifkalkulator der E-Control, melden sich beim günstigsten Anbieter an, und der neue Lieferant kündigt Ihren alten Vertrag. Sie brauchen die Zählpunktnummer von der Gasrechnung und Ihren Jahresverbrauch in kWh. Der Wechsel muss laut Gesetz binnen drei Wochen abgewickelt sein, ist kostenlos und unterbricht die Versorgung nie.
Worauf Sie achten sollten:
- Energiepreis statt Gesamtpreis vergleichen. Netz und Steuern sind bei jedem Anbieter gleich. Vergleichen Sie den Arbeitspreis und den Grundpreis des Energieblocks, nicht den gestiegenen Gesamtbetrag.
- Neukundenbonus läuft aus. Wie beim Strom gilt der Rabatt meist nur im ersten Jahr. Setzen Sie sich eine jährliche Erinnerung und wechseln Sie wieder.
- Bindung und Preisgarantie prüfen. Ein Fixpreis schützt vor Erhöhungen, kostet aber etwas mehr. Ein Floater folgt dem Markt nach unten und oben.
- Keine Kaution akzeptieren. Verlangt ein Anbieter Vorauszahlung oder Kaution, ist Vorsicht geboten - Ihre Rechte fasst der Konsumentenschutz zusammen.
Wer mit Gas heizt und die Kosten kaum stemmen kann, sollte zusätzlich prüfen, ob ein landesweiter Heizkostenzuschuss infrage kommt. Und die jährliche Ersparnis aus einem klugen Wechsel ist gut aufgehoben auf einem Tagesgeldkonto mit ordentlichen Sparzinsen, statt ungenutzt am Girokonto zu liegen. Wer den Gaswechsel einmal im Jahr mit dem Stromwechsel kombiniert, erledigt beide großen Energieposten in einem Aufwasch und holt das Maximum heraus.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet Gas in Österreich 2026 pro kWh?
Im Schnitt 9 bis 13 Cent pro Kilowattstunde brutto für Haushalte. Neukunden bekommen den reinen Energiepreis ab 4,5 bis 5,5 Cent, Bestandskunden aus den Krisenjahren zahlen beim Energieanteil oft noch 11 bis 19 Cent.
Wie viel kostet Gas im Jahr bei 15.000 kWh?
Ein Durchschnittshaushalt mit Gasheizung und Warmwasser (rund 15.000 kWh) zahlt 2026 etwa 1.200 bis 1.500 Euro pro Jahr. Der genaue Betrag hängt vom Tarif, vom Netzgebiet und vom Verbrauch ab.
Wie viel spare ich beim Gasanbieterwechsel?
Laut durchblicker bis zu 680 Euro pro Jahr, vor allem wenn Sie aus einem teuren Bestandstarif der Jahre 2022/2023 in ein aktuelles Neukundenangebot wechseln. Der Wechsel ist kostenlos und ohne Versorgungsunterbrechung.
Steigen die Gasnetzentgelte 2026?
Ja, im österreichweiten Schnitt um 18,2 Prozent, das sind rund 64 Euro mehr pro Jahr bei 15.000 kWh. Am stärksten steigt Kärnten (+35 %), am wenigsten Oberösterreich (+7 %).
Aus welchen Teilen besteht der Gaspreis?
Aus Energiepreis (rund 50 %, Ihr Lieferant), Gasnetzentgelt (rund 20 %, Netzbetreiber) und Steuern plus Abgaben (rund 30 %): Erdgasabgabe 0,66 ct/kWh, CO2-Bepreisung und 20 Prozent Umsatzsteuer.
Wie wechsle ich den Gasanbieter?
Genau wie beim Strom: im E-Control-Tarifkalkulator vergleichen, beim günstigsten Anbieter anmelden, den Rest erledigt der neue Lieferant. Sie brauchen Zählpunktnummer und Jahresverbrauch. Der Wechsel muss binnen drei Wochen abgewickelt sein.
Chefredakteur finanzguide.at