Spritkosten berechnen Österreich 2026: Rechner & Preise
Spritkostenrechner 2026
Verbrauchsdetails
Vergleich mit Kilometergeld
Das Kilometergeld deckt die reinen Spritkosten. Es soll jedoch auch Verschleiß, Versicherung etc. abdecken.
Hinweis: Berechnung basiert auf 22 Arbeitstagen/Monat und 12 Monaten. Tatsächliche Kosten können durch Urlaubstage, Feiertage und Fahrweise abweichen. Amtliches Kilometergeld 2026: 0,50 EUR/km (PKW). Keine Finanzberatung.
Wie berechne ich die Spritkosten?
Die Formel ist einfach: Spritkosten = (Strecke in km ÷ 100) × Verbrauch pro 100 km × Spritpreis pro Liter. Für 80 Kilometer bei 7 Litern Verbrauch und 1,65 € pro Liter sind das 80 ÷ 100 × 7 × 1,65 = 9,24 € pro Fahrt. Die drei Stellschrauben sind Ihre Fahrleistung, der Realverbrauch Ihres Autos und der tagesaktuelle Literpreis.
Den eigenen Wert rechnet der Spritkosten-Rechner mit Ihren Zahlen aus. Wer die Kosten realistisch einschätzen will, nimmt nicht den Normverbrauch aus dem Prospekt, sondern den tatsächlichen Verbrauch der letzten Tankfüllungen - der liegt bei den meisten Autos ein bis zwei Liter über der Werksangabe.
Aktuelle Spritpreise 2026
Die Kraftstoffpreise erhebt in Österreich wöchentlich das Fachverband-Institut FVMI, ausgewiesen über die Wirtschaftskammer. Der landesweite Durchschnitt zum Stichtag 29. Juni 2026:
| Kraftstoff | Durchschnittspreis (29.6.2026) | Vorwoche (22.6.2026) |
|---|---|---|
| Eurosuper 95 | 1,649 €/L | 1,650 €/L |
| Diesel | 1,711 €/L | 1,724 €/L |
Österreich liegt damit leicht unter dem EU-Schnitt - beim Benzin rund 11 Cent, beim Diesel knapp darunter. Innerhalb des Landes ist die Streuung aber größer als der internationale Abstand: Autobahntankstellen verlangen oft 15 bis 25 Cent mehr als eine günstige Ortstankstelle. Der amtliche Spritpreisrechner der E-Control zeigt die aktuell billigsten Stationen in Ihrer Nähe - ein Blick vor der Autobahnauffahrt spart bei jeder Tankfüllung.
Wie viel vom Spritpreis sind Steuern?
Hier liegt der Teil, den kaum ein Spritkosten-Rechner zeigt: Über die Hälfte des Literpreises sind Abgaben. Für einen Liter Eurosuper 95 zu rund 1,65 €:
| Bestandteil (1 Liter Eurosuper 95) | Betrag |
|---|---|
| Mineralölsteuer (MÖSt) | 48,2 Cent |
| CO2-Bepreisung (55 €/Tonne, netto) | 12,5 Cent |
| Umsatzsteuer 20 % (auch auf die Steuern) | rund 27 Cent |
| Nettopreis (Rohöl, Produktion, Vertrieb, Marge) | Rest |
| Steueranteil gesamt | rund 58 % |
Der CO2-Preis liegt 2026 unverändert bei 55 Euro pro Tonne - der für 2025 festgelegte Wert wurde eingefroren. Er schlägt beim Benzin mit rund 15 Cent, beim Diesel mit rund 16,5 Cent pro Liter zu Buche (inklusive Umsatzsteuer). Weil die Umsatzsteuer auf den Nettopreis plus MÖSt plus CO2-Aufschlag anfällt, zahlen Sie Steuer auf Steuer. Wer die Belastung senken will, hat auf den Literpreis wenig Einfluss - der Hebel liegt beim Verbrauch und bei der Fahrleistung.
Was kosten 100 Kilometer?
Der Vergleich pro 100 Kilometer macht die Antriebsarten vergleichbar. Mit den Preisen von Ende Juni 2026:
| Antrieb | Verbrauch | Kosten pro 100 km |
|---|---|---|
| Benzin | 7,0 L | 11,54 € |
| Diesel | 6,0 L | 10,27 € |
| E-Auto (Haushaltsstrom) | 18 kWh | rund 5,40 € |
Beim E-Auto entscheidet der Ladeort stärker über die Kosten als beim Verbrenner die Tankstelle. Wer zu Hause an der eigenen Wallbox mit Haushalts- oder Nachtstromtarif lädt, fährt für rund 5 bis 6 Euro auf 100 Kilometer. An öffentlichen Schnellladern mit 0,50 bis 0,70 Euro je Kilowattstunde klettern die Kosten auf 9 bis 13 Euro - und damit auf Benzin-Niveau. Für die realistische Kostenrechnung eines Stromers zählt daher nicht ein einzelner Wert, sondern der eigene Lademix aus günstigem Heimladen und teurem Unterwegsladen.
Der Diesel fährt pro Kilometer günstiger, obwohl der Liter teurer ist - der niedrigere Verbrauch macht den Unterschied. Für Vielfahrer bleibt Diesel damit oft die günstigere Wahl, trotz höherer motorbezogener Versicherungssteuer und schwächerem Wiederverkaufswert. Wer die Anschaffung durchrechnet, sollte den Spritkosten-Vorteil gegen die höheren Fixkosten stellen - beim Leasing ebenso wie beim Barkauf.
Spritkosten und Kilometergeld: der Denkfehler
Ein weit verbreiteter Irrtum: “Das Kilometergeld deckt meinen Sprit.” Tatsächlich ist es ein Vielfaches davon. Das amtliche Kilometergeld beträgt 2026 0,50 € pro Kilometer für den Pkw (steuerfrei für maximal 30.000 km im Jahr, plus 0,15 € je mitgenommener Person). Der reine Spritanteil liegt bei einem Benziner mit 7 Litern aber nur bei rund 0,115 € pro Kilometer.
Die Differenz von gut 38 Cent ist kein Gewinn, sondern deckt die übrigen Vollkosten des Autos: Wertverlust, Versicherung, Service, Reifen, Reparaturen. Das Kilometergeld ist also eine Pauschale für die gesamten Fahrzeugkosten einer Dienstreise - nicht nur für den Treibstoff. Genau deshalb lohnt es sich steuerlich, sofern Sie die beruflichen Kilometer per Fahrtenbuch nachweisen.
Wichtig ist die Abgrenzung zum Arbeitsweg: Für den täglichen Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz gibt es kein Kilometergeld, sondern die Pendlerpauschale samt Pendlereuro. Das Kilometergeld gilt ausschließlich für berufliche Dienstreisen. Wer beides verwechselt, rechnet beim Finanzamt mit den falschen Werten.
Rechenbeispiel: Pendler mit 40 km einfacher Strecke
Ein konkreter Fall zeigt die Jahresdimension. Angenommen: 40 Kilometer einfache Strecke, 220 Arbeitstage, ein Benziner mit 7 Litern Realverbrauch, Spritpreis 1,649 €.
- Tagesstrecke hin und zurück: 80 km
- Jahresfahrleistung nur für den Arbeitsweg: 80 × 220 = 17.600 km
- Spritverbrauch: 17.600 ÷ 100 × 7 = 1.232 Liter
- Spritkosten pro Jahr: 1.232 × 1,649 = rund 2.031 € (etwa 169 € im Monat)
Über 2.000 Euro im Jahr, nur für den Weg zur Arbeit und nur für den Sprit - Wertverlust und Versicherung nicht eingerechnet. Für diese Strecke steht bei Unzumutbarkeit der Öffis die große Pendlerpauschale zu, die einen Teil davon steuerlich abfedert. Wer die Fahrgemeinschaft organisiert oder auf ein sparsameres Auto umsteigt, senkt die reale Belastung stärker als jede Steuerabsetzung. Und bei längeren Strecken lohnt der Vergleich mit dem Klimaticket, das die Spritrechnung komplett ersetzen kann.
Spritkosten dauerhaft senken
Am Literpreis lässt sich wenig drehen, am Verbrauch und an der Fahrweise umso mehr:
- Tankzeitpunkt: In Österreich dürfen die Preise nur einmal täglich um 12 Uhr erhöht werden, danach nur noch gesenkt. Am günstigsten tankt man daher meist am späten Vormittag vor 12 Uhr oder am Abend.
- Reifendruck: 0,2 bar zu wenig erhöhen den Verbrauch messbar. Einmal im Monat prüfen.
- Ballast und Dachträger: Ein montierter Dachträger kostet auch leer mehrere Prozent Mehrverbrauch durch den Luftwiderstand.
- Fahrweise: Vorausschauend fahren, früh hochschalten, Leerlauf vermeiden. Zwischen defensiver und forscher Fahrweise liegen realistisch ein bis zwei Liter auf 100 km.
Wer den Arbeitsweg oder die Urlaubsfahrt plant, rechnet die Strecke am besten vorab mit dem Spritkosten-Rechner durch - und stellt das Ergebnis den Kosten von Bahn, Vignette plus Maut oder einem geteilten Auto gegenüber.
Warum Diesel billiger ist: das Steuerprivileg
Dass Diesel an der Zapfsäule oft günstiger wirkt, hat einen simplen Grund - die Steuer. Die Mineralölsteuer beträgt auf Diesel 39,7 Cent pro Liter, auf Benzin dagegen 48,2 Cent. Diese Differenz von 8,5 Cent ist politisch gewollt und heißt Dieselprivileg. Umweltpolitisch ist sie umstritten, weil ein Liter Diesel bei der Verbrennung mehr CO2 freisetzt als ein Liter Benzin. Für die eigene Rechnung zählt zunächst der Preis: Zusammen mit dem meist niedrigeren Verbrauch eines Dieselmotors ergibt sich pro Kilometer ein Vorteil. Er schmilzt aber, je weniger Sie fahren, weil die höheren Fixkosten des Diesels - Anschaffung und die nach Leistung bemessene motorbezogene Versicherungssteuer - erst bei hoher Fahrleistung wieder hereinkommen. Als Faustregel spielt der Diesel seinen Spritvorteil ab etwa 15.000 bis 20.000 Kilometern im Jahr aus.
Realverbrauch statt Prospektwert
Der Verbrauch aus dem Verkaufsprospekt (WLTP) ist ein Laborwert und liegt im Alltag fast immer zu niedrig. Ein bis zwei Liter Aufschlag auf 100 Kilometer sind normal, im Kurzstrecken- und Winterbetrieb auch mehr. Für eine ehrliche Rechnung nehmen Sie deshalb Ihren eigenen Realverbrauch: voll tanken, Kilometerstand notieren, beim nächsten Mal wieder voll tanken und die getankten Liter durch die gefahrenen Kilometer mal 100 teilen. Nach zwei bis drei Tankfüllungen haben Sie einen belastbaren Schnitt. Wer mit dem Prospektwert rechnet, unterschätzt die Jahreskosten schnell um 200 bis 400 Euro.
Was Homeoffice und Fahrgemeinschaft bringen
Der stärkste Hebel ist, gar nicht zu fahren. Zurück zum Pendler-Beispiel mit rund 2.031 Euro Spritkosten im Jahr: Ein einziger Homeoffice-Tag pro Woche streicht etwa 20 Prozent der Fahrten und damit gut 400 Euro. Zwei Tage im Homeoffice halbieren die Rechnung nahezu. Eine Fahrgemeinschaft teilt die Kosten - und wer auf einer beruflichen Dienstreise jemanden mitnimmt, erhöht sein steuerfreies Kilometergeld um 0,15 Euro je Person und Kilometer. Auch ein sparsameres Auto rechnet sich über die Jahre: Zwei Liter weniger Verbrauch auf der 17.600-Kilometer-Strecke sparen rund 580 Euro pro Jahr - mehr, als die meisten Pendler über die Steuer zurückbekommen.
Grenztanken: lohnt der Umweg?
In den Grenzregionen ist der Blick über die Grenze verbreitet, aber nicht immer lohnend. Der Preisabstand zu den Nachbarländern schwankt und kehrt sich je nach Steuerlage und Wechselkurs auch um - beim Diesel liegt Österreich oft günstiger als Italien oder Deutschland, beim Benzin ähnlich. Entscheidend ist die Rechnung Umweg gegen Ersparnis: Wer für 10 Cent Preisunterschied 20 Kilometer Umweg fährt, verbrennt den Vorteil im eigenen Tank. Bei einer 50-Liter-Füllung bringen 10 Cent Unterschied gerade 5 Euro - das lohnt nur, wenn die günstigere Tankstelle ohnehin am Weg liegt. Tagesaktuelle Vergleiche für alle österreichischen Tankstellen liefert der Spritpreisrechner der E-Control.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich meine Spritkosten?
Mit der Formel: Spritkosten = (Strecke ÷ 100) × Verbrauch × Spritpreis. Beispiel: 80 km bei 7 Litern und 1,65 € macht 80 ÷ 100 × 7 × 1,65 = 9,24 € pro Fahrt.
Was kostet Sprit in Österreich 2026?
Ende Juni 2026 lag der Durchschnitt laut WKO/FVMI bei 1,649 € pro Liter Eurosuper 95 und 1,711 € pro Liter Diesel. Die Preise schwanken wöchentlich und regional.
Wie viel vom Spritpreis sind Steuern?
Rund 58 % beim Benzin und 53 % beim Diesel. Enthalten sind Mineralölsteuer (48,2 bzw. 39,7 Cent/Liter), CO2-Bepreisung (55 €/Tonne) und 20 % Umsatzsteuer, die auch auf die Steuern anfällt.
Was kosten 100 km mit dem Auto?
Bei 7 Litern Benzin und 1,649 € rund 11,50 €, bei 6 Litern Diesel und 1,711 € rund 10,30 €. Ein E-Auto liegt bei Haushaltsstrom deutlich darunter, an der Schnellladesäule oft gleichauf.
Deckt das Kilometergeld meine Spritkosten?
Weit mehr als das: Das amtliche Kilometergeld beträgt 2026 0,50 €/km. Der reine Spritanteil liegt bei rund 0,115 €/km. Die Differenz deckt Wertverlust, Versicherung, Service und Reifen ab.
Bekomme ich Spritkosten für den Arbeitsweg zurück?
Für den Weg Wohnung-Arbeit gibt es die Pendlerpauschale plus Pendlereuro, nicht das Kilometergeld. Kilometergeld gilt nur für berufliche Dienstreisen, nicht für das tägliche Pendeln.
Chefredakteur finanzguide.at