Kellner Gehalt Österreich 2026 - KV, Trinkgeld, Netto
Was verdient ein Kellner in Österreich 2026?
Ein gelernter Kellner verdient 2026 mindestens 2.165 € brutto pro Monat (Kollektivvertrag Wien, Lohngruppe 3, gültig ab 1.5.2025), in Oberösterreich und Niederösterreich 2.237 €. Dazu kommt steuerfreies Trinkgeld, das im Service je nach Lage und Betrieb einen echten Einkommensbestandteil bildet. Oberkellner und Restaurantleiter erreichen im KV ab 2.499 € brutto, in der Praxis - vor allem in der gehobenen Hotellerie - deutlich mehr. Jeweils mal 14 Gehälter.
Anders als beim Koch ist beim Kellner das Grundgehalt nur die halbe Rechnung: Das Trinkgeld entscheidet stark über das tatsächliche Einkommen - und genau dafür gilt 2026 eine neue, bundeseinheitliche Regelung.
Kellner-Gehalt nach Berufserfahrung
Der Gastronomie-KV staffelt innerhalb jeder Lohngruppe nach Dienstjahren. Die folgende Tabelle zeigt die Wiener Lohnordnung für gelernte Kellner (Lohngruppe 3, Arbeiter, gültig ab 1.5.2025) - die Staffelung ist in allen Bundesländern gleich aufgebaut:
| Stufe | brutto/Monat |
|---|---|
| bis 5. Dienstjahr (Einstieg) | 2.165,00 € |
| ab 6. Dienstjahr | 2.219,10 € |
| ab 11. Dienstjahr | 2.273,30 € |
| ab 16. Dienstjahr | 2.327,40 € |
| ab 21. Dienstjahr | 2.381,50 € |
Über 20 Jahre bringt die reine Staffelung nur rund 216 € Plus. Der Hebel liegt nicht im Aussitzen, sondern im Aufstieg in eine höhere Lohngruppe und im Trinkgeld. Der Schritt vom gelernten Kellner (Lohngruppe 3) zum Restaurantleiter (Lohngruppe 1) bringt im Einstieg über 330 € mehr - mehr als 15 Dienstjahre in derselben Gruppe.
Die KV-Tabelle vom Mai 2025 gilt bis 30. April 2026; über die Werte ab 1. Mai 2026 verhandeln WKO und die Gewerkschaft vida (Forderung 3,8 %). Die endgültige Tabelle wird erst kurz vor Inkrafttreten veröffentlicht.
Brutto-Netto: Was bleibt vom Kellner-Lohn?
Vom Grundlohn ziehen Sozialversicherung und Lohnsteuer ab. Ein Rechenbeispiel für einen Kellner mit KV-Einstiegslohn von 2.165 € brutto, Stand 2026:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Bruttolohn | 2.165,00 € |
| - Sozialversicherung (rund 15,1 %) | - 327,35 € |
| - Lohnsteuer (nach Verkehrsabsetzbetrag) | - rund 98 € |
| Netto laufend | rund 1.740 € |
Bei diesem Einkommen entfällt der Arbeitslosenversicherungs-Beitrag, weil der Lohn unter der Grenze von 2.225 € liegt - das hebt das Netto. Wie sich der Abzug zusammensetzt, steht im Detail unter Sozialversicherung und Lohnsteuer.
Der entscheidende Unterschied zu anderen Berufen: Das Trinkgeld kommt steuerfrei obendrauf und wird im laufenden Netto gar nicht erfasst. In einem gut gehenden Lokal kann das den verfügbaren Monatsbetrag spürbar über den reinen Lohnzettel heben. Das 13. und 14. Gehalt wird mit nur 6 % besteuert. Rechnen Sie Ihr Grundgehalt mit dem Brutto-Netto-Rechner durch.
Aufs Jahr gerechnet ergeben 2.165 € brutto mal 14 ein Jahresbrutto von 30.310 €. Netto bleiben daraus rund 25.000 € - plus das steuerfreie Trinkgeld, das je nach Betrieb den größten Schwankungsbereich des Gesamteinkommens ausmacht. Genau das macht die Bewertung eines Kellner-Angebots schwierig: Zwei Stellen mit identischem Grundlohn können sich beim tatsächlichen Monatseinkommen um mehrere hundert Euro unterscheiden - allein wegen Lage, Durchschnittsbon und Trinkgeld-Verteilung. Wer ein Angebot prüft, sollte daher immer beide Komponenten erfragen, nicht nur das Brutto.
Kollektivvertrag und Einstufung
Kellner fallen unter den Kollektivvertrag für Arbeiter im Hotel- und Gastgewerbe. Maßgeblich sind Qualifikation und Verantwortungsbereich, nicht der Titel auf dem Dienstzettel:
| Lohngruppe | Service-Position | Wien, bis 5. DJ |
|---|---|---|
| 1 | Oberkellner / Restaurantleiter (großer Verantwortungsbereich) | 2.499,00 € |
| 2 | Chef de Rang mit erweiterter Verantwortung | 2.263,00 € |
| 3 | gelernter Kellner / Restaurantfachmann, Chef de Rang | 2.165,00 € |
| 4 | ohne Lehrabschluss bzw. Hilfskraft mit 10+ Jahren Erfahrung | - |
| 5 | Servicehilfskraft unter 10 Jahren Erfahrung | 2.026,00 € |
Ein gelernter Restaurantfachmann startet in Lohngruppe 3. Ein Chef de Rang (Abteilungskellner) kann je nach Verantwortung für unterstellte Kräfte bereits in Lohngruppe 2 fallen, ein Oberkellner mit Leitungsfunktion in Lohngruppe 1. Wer faktisch eine höhere Funktion ausübt, hat auch Anspruch auf die höhere Einstufung - eine falsche Eingruppierung lässt sich drei Jahre rückwirkend korrigieren. Grundsätzliches zum System steht unter Kollektivvertrag und Mindestlohn in Österreich.
Kellner-Gehalt nach Bundesland
Der Gastronomie-KV hat in jedem Bundesland eine eigene Lohnordnung - und die unterscheiden sich real. Die folgende Tabelle vergleicht den Einstiegslohn (bis 5. Dienstjahr) für gelernte Kellner (Lohngruppe 3) und Restaurantleiter (Lohngruppe 1), jeweils ab 1.5.2025:
| Bundesland | Kellner (LG 3) | Restaurantleiter (LG 1) |
|---|---|---|
| Wien | 2.165 € | 2.499 € |
| Niederösterreich | 2.237 € | 2.652 € |
| Oberösterreich | 2.237 € | 2.688 € |
| Salzburg | 2.165 € | 2.641 € |
| Steiermark | 2.165 € | 2.499 € |
| Tirol | 2.165 € | 2.641 € |
| Vorarlberg | 2.165 € | 2.641 € |
| Kärnten | 2.165 € | 2.641 € |
| Burgenland | 2.215 € | 2.652 € |
Beim KV-Mindestlohn für gelernte Kellner liegen Ober- und Niederösterreich vorn, Burgenland knapp dahinter. Bei den Leitungspositionen zahlt Oberösterreich mit 2.688 € am meisten.
Diese KV-Zahlen sind nur die Untergrenze. Beim tatsächlichen Einkommen zählt im Service zusätzlich das Trinkgeld-Niveau: In Tourismushochburgen, in der gehobenen Stadtgastronomie und in Betrieben mit hohem Durchschnittsbon fließt erheblich mehr als am Land oder in der Systemgastronomie. Die westlichen Tourismusländer Tirol, Salzburg und Vorarlberg zahlen wegen des Personalmangels zudem oft Überzahlungen plus freie Kost und Logis.
Branchen- und Arbeitgeber-Unterschiede
Wo ein Kellner arbeitet, entscheidet beim Service noch stärker als die Lohngruppe:
- Gehobene Hotellerie und Haubenlokale: höchste Löhne, höchste Trinkgelder, aber lange Arbeitszeiten und Saisonmobilität.
- Stadtgastronomie mit hohem Umsatz (Bars, gefragte Restaurants): das Trinkgeld kann hier das Grundgehalt prozentual stark aufstocken, abhängig vom Durchschnittsbon.
- Systemgastronomie und Kantinen: meist nur KV-Niveau, wenig Trinkgeld, dafür planbare Dienste.
- Saison- und Eventgastronomie: projektabhängig, oft mit hohen Spitzen in der Hauptsaison und freier Unterkunft.
Der Service ist außerdem die klassische Domäne der Teilzeit- und Aushilfsarbeit. Viele Kellner arbeiten geringfügig oder in Teilzeit - als Studierende, im Zweitjob oder neben der Familie. Die Geringfügigkeitsgrenze liegt 2026 bei 551,10 € pro Monat; darunter fallen keine vollen SV-Beiträge an, allerdings besteht dann auch nur Unfallversicherungsschutz statt voller Absicherung. Wer mehrere geringfügige Stellen kombiniert und in Summe über die Grenze kommt, wird nachträglich voll versicherungspflichtig - ein häufiger Stolperstein im Service.
Die Betriebsgröße wirkt doppelt: Große Häuser haben klare Aufstiegspfade (Commis de Rang, Chef de Rang, Oberkellner), kleine Betriebe verhandeln individueller. Auch in der Saisongastronomie der Tourismusländer arbeiten viele Servicekräfte in befristeten Winter- oder Sommersaisonen und überbrücken die Zwischensaison teils mit Arbeitslosengeld oder einer zweiten Saison. Wer zwei Saisonen durcharbeitet, kommt auf ein höheres Jahreseinkommen als ein ganzjährig am KV-Satz beschäftigter Stadtkellner.
Trinkgeld 2026: Die neue bundeseinheitliche Pauschale
Hier liegt die wichtigste Neuerung für Servicekräfte. Seit 1. Jänner 2026 gilt eine bundesweit einheitliche Trinkgeld-Pauschale und ersetzt den bisherigen Fleckerlteppich aus neun Landesregelungen.
Das Grundprinzip: Freiwilliges Trinkgeld von Gästen bleibt lohnsteuerfrei. Für die Sozialversicherung wird aber ein fixer Pauschalbetrag als Beitragsgrundlage herangezogen - nicht das tatsächlich erhaltene Trinkgeld. Die Pauschalen pro Monat:
| Mitarbeitergruppe | 2026 | 2027 | 2028 |
|---|---|---|---|
| mit Inkasso (kassiert selbst) | 65 € | 85 € | 100 € |
| ohne Inkasso | 45 € | 45 € | 50 € |
| Lehrlinge / Pflichtpraktikanten | 20 € | 20 € | 25 € |
Ab 2029 werden die Beträge jährlich indexiert. Für Servicekräfte bringt das zwei handfeste Vorteile: Sie müssen ihr Trinkgeld nicht mehr selbst aufzeichnen, und Nachzahlungen aufgrund von SV-Prüfungen sind ausgeschlossen, solange die Pauschale korrekt angewendet wird. Konkret heißt das: Wer als Kellner mit Inkasso arbeitet, zahlt 2026 SV-Beiträge auf 65 € Trinkgeld-Pauschale - egal, ob das reale Trinkgeld höher oder niedriger ausfällt. Der steuerfreie Charakter des Trinkgelds selbst bleibt erhalten.
Wie viel Trinkgeld tatsächlich ankommt, hängt entscheidend vom Verteilungssystem des Betriebs ab - und das ist vor der Zusage zu klären. Drei Modelle sind üblich:
- Pro Kopf: Jeder behält das Trinkgeld seiner eigenen Tische. Das belohnt gute Servicekräfte direkt, schwankt aber stark mit der zugeteilten Station.
- Pool (Tronc): Das gesamte Trinkgeld wird gesammelt und nach einem Schlüssel verteilt - oft nach Stunden oder Position. Das glättet Schwankungen und ist in größeren Häusern Standard.
- Mit Küchenbeteiligung: Ein Teil des Pools geht an die Küche. Fair gegenüber den Köchen, reduziert aber den Anteil des Service.
Da die Höhe des realen Trinkgelds stark von Lage, Betriebstyp und Durchschnittsbon abhängt, lässt sie sich nicht seriös pauschalieren - in der gehobenen Stadtgastronomie kann sie das Grundgehalt prozentual deutlich aufstocken, in der Systemgastronomie spielt sie kaum eine Rolle. Genau deshalb gehört die Frage nach dem Verteilungssystem in jedes Bewerbungsgespräch.
Ausbildung und Voraussetzungen
Der klassische Weg ist die dreijährige Lehre Restaurantfachmann/-frau. Während der Lehre gilt das KV-Lehrlingseinkommen (ab 1.5.2025):
| Lehrjahr | brutto/Monat |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | 1.050 € |
| 2. Lehrjahr | 1.180 € |
| 3. Lehrjahr | 1.400 € |
| 4. Lehrjahr (Doppellehre) | 1.500 € |
Häufig wird die Doppellehre Koch/Restaurantfachmann gewählt, die vier Jahre dauert und beide Berufe abdeckt - ein klarer Vorteil am Arbeitsmarkt. Alternativ führen Tourismusschulen (Fachschule oder Höhere Lehranstalt) mit breiterer betriebswirtschaftlicher Grundlage in den Beruf. Quereinstieg ist im Service üblich, ohne Lehrabschluss landet man aber zunächst in den niedrigeren Lohngruppen.
Inhaltlich umfasst die Ausbildung die Gästebetreuung von der Menü- und Getränkeberatung über das fachgerechte Servieren bis zur Organisation von Banketten und Empfängen. Wer eine Sommelier-Ausbildung, Barkeeper-Kurse oder Fremdsprachen draufsetzt, wird für gehobene Betriebe deutlich attraktiver - und kann das in der Gehaltsverhandlung einsetzen.
Karriere und Aufstieg
Der Service kennt eine klare, international verstandene Hierarchie. Jede Stufe ist ein Gehalts- und meist auch ein Trinkgeld-Sprung:
- Commis de Rang (Jungkellner): Einstieg nach der Lehre.
- Chef de Rang (Stationskellner): eigene Tischstation, Lohngruppe 2 oder 3.
- Oberkellner / Restaurantleiter: Leitung des Serviceteams, Lohngruppe 1.
- Maître d’Hôtel (Empfangschef) oder Chef de Service (Restaurantdirektor): Gesamtverantwortung in großen Häusern.
- Sommelier: gefragte Spezialisierung, oft mit eigenem Verhandlungsspielraum.
In kleineren Betrieben ist der Aufstieg zum Oberkellner und zur Betriebsleitung üblich. Wer den Schritt in die Selbständigkeit plant, braucht die Befähigungsprüfung für das Gastgewerbe. Der finanzielle Hebel liegt eindeutig im Aufstieg und in der Lage des Betriebs - nicht im bloßen Verbleib auf der Einstiegsstufe.
Arbeitszeit, Zuschläge und Sonderzahlungen
Im Service liegt oft mehr Geld in den Zuschlägen als in der Grundtabelle - weil Kellner fast immer dann arbeiten, wenn andere frei haben:
- Überstunden: Mehrarbeit außerhalb der Durchrechnungsgrenzen ist mit 50 % Zuschlag abzugelten oder per Zeitausgleich, bei Teilzeit ohne Durchrechnung mit 25 %. All-in-Vereinbarungen müssen die tatsächlichen Stunden decken. Details unter Überstunden.
- Nachtarbeit: Der KV-neu zahlt für Dienste zwischen 0 und 6 Uhr gestaffelte Pauschalen (9 € bis 5:00 Uhr, danach 4,50 €, ab 5:30 Uhr kein Zuschlag) - im Service mit späten Abend- und Bardiensten ein realer Posten.
- Wochenend- und Feiertagsarbeit: Im Schnitt zwei freie Tage pro Woche sind vorgeschrieben; fehlen sie, gebührt ein Zuschlag von 50 % eines Fünftels der wöchentlichen Normalarbeitszeit pro fehlendem freien Tag.
- 13. und 14. Gehalt: Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind im KV verankert und mit nur 6 % begünstigt besteuert.
Der Gastronomie-KV erlaubt ein Durchrechnungsmodell mit im Schnitt bis zu 48 Wochenstunden (maximal 9 Stunden täglich) über 26 Wochen. Das macht den effektiven Stundenlohn tückisch: Der KV-Einstieg von 2.165 € entspricht bei einer 40-Stunden-Woche rund 12,50 € pro Stunde, mit den beiden Sonderzahlungen eingerechnet etwa 14,60 €. Füllt der Betrieb die Durchrechnung dagegen regelmäßig mit 48-Stunden-Wochen, ohne diese Mehrstunden gesondert zu vergüten, sinkt der reine Stundenwert auf rund 10,40 €. Erst das steuerfreie Trinkgeld hebt die Bilanz wieder. Achten Sie deshalb nicht nur auf den Monatslohn, sondern auf die tatsächliche Wochenarbeitszeit - und führen Sie eine eigene Zeitaufzeichnung. Sie ist im Streitfall die Grundlage jeder Nachforderung.
Gehalt verhandeln: Hebel für Kellner
Der Fachkräftemangel in der Gastronomie ist Ihr stärkster Trumpf. Konkret:
- Überzahlung statt KV fordern. In Tourismusregionen und gefragten Stadtlokalen sind 10 bis 25 % über KV durchsetzbar. Argumentieren Sie mit dem lokalen Lohnniveau.
- Trinkgeld-Klima vor der Zusage klären. Wie wird Trinkgeld verteilt - pro Person, im Pool, mit Küchenbeteiligung? Das entscheidet über mehrere hundert Euro im Monat und gehört vor die Unterschrift, nicht danach.
- Lohngruppe prüfen. Wer faktisch eine Station leitet (Chef de Rang) oder das Team führt (Oberkellner), gehört in Lohngruppe 2 bzw. 1. Falsche Einstufung kostet rückwirkend Geld.
- Zusatzqualifikationen einsetzen. Sommelier, Barkeeping und Fremdsprachen sind in der gehobenen Gastronomie harte Argumente.
- Saison-Pakete vergleichen. Freie Unterkunft, Verpflegung und Saisonprämie gehören in den Gesamtwert, nicht nur der Bruttolohn.
Zahlt der Betrieb unter KV oder verweigert die korrekte Einstufung, lässt sich die Differenz drei Jahre rückwirkend einfordern - Arbeiterkammer und vida unterstützen kostenlos. Der KV-Lohn ist gesetzliche Untergrenze, kein Verhandlungsangebot.
Unsere Einschätzung
Beim Kellner ist das Grundgehalt nur die Basis - das eigentliche Einkommen entscheidet sich über drei Hebel: Trinkgeld, Position und Lage des Betriebs. Wer das Grundgehalt isoliert betrachtet, unterschätzt den Beruf; wer es allein aufs Trinkgeld anlegt, überschätzt die Planbarkeit. Die Wahrheit liegt in der Kombination, und alle drei Hebel lassen sich aktiv steuern.
Der Arbeitsmarkt spielt Servicekräften dabei in die Hände. Die Gewerkschaft vida vertritt über 200.000 Beschäftigte in Hotellerie und Gastronomie, und der Personalmangel ist seit Jahren akut - qualifizierte Kellner haben damit eine Verhandlungsmacht, die viele nicht ausspielen. Wer gelernt ist, Sprachen spricht und flexibel bei den Dienstzeiten ist, kann sich seinen Betrieb heute weitgehend aussuchen.
Die neue Trinkgeld-Pauschale ab 2026 bringt vor allem Rechtssicherheit: keine eigenen Aufzeichnungen, keine SV-Nachzahlungen, steuerfreies Trinkgeld bleibt steuerfrei. Unser konkreter Rat: Klären Sie vor der Unterschrift das Trinkgeld-System und die tatsächliche Wochenarbeitszeit, prüfen Sie Ihre Lohngruppe und nutzen Sie den Personalmangel für eine Überzahlung. So wird aus einem Beruf nahe am Mindestlohn ein Einkommen, das sich sehen lässt.
Häufig gestellte Fragen
Was verdient ein gelernter Kellner in Österreich 2026?
Der KV-Mindestlohn für einen gelernten Kellner (Restaurantfachmann, Lohngruppe 3) liegt je nach Bundesland bei 2.165 bis 2.237 € brutto pro Monat (KV ab 1.5.2025), mal 14. Dazu kommt steuerfreies Trinkgeld, das je nach Betrieb und Lage einen spürbaren Teil des Einkommens ausmacht.
Ist Trinkgeld in Österreich 2026 steuerfrei?
Ja. Freiwilliges Trinkgeld von Gästen bleibt lohnsteuerfrei. Neu ab 1.1.2026 ist aber eine bundeseinheitliche Trinkgeld-Pauschale als Grundlage für die Sozialversicherung: 65 € pro Monat für Mitarbeiter mit Inkasso, 45 € ohne Inkasso, 20 € für Lehrlinge.
Wie viel bleibt einem Kellner netto?
Bei 2.165 € brutto laufend bleiben rund 1.740 € netto pro Monat (Stand 2026, ohne Zulagen). Das steuerfreie Trinkgeld kommt netto obendrauf - rechnen Sie Ihr Grundgehalt mit dem Brutto-Netto-Rechner durch.
Was verdient ein Oberkellner oder Restaurantleiter?
Ein Oberkellner oder Restaurantleiter fällt in die KV-Lohngruppe 1 und verdient ab 2.499 € brutto (Wien) bis 2.688 € (Oberösterreich), mal 14. Ein Chef de Rang liegt je nach Verantwortung zwischen Lohngruppe 3 und 2 (2.165 bis 2.263 €).
Wie hoch ist die Lehrlingsentschädigung für Kellner?
Restaurantfachmann-Lehrlinge erhalten laut KV (ab 1.5.2025) 1.050 € im 1., 1.180 € im 2. und 1.400 € brutto im 3. Lehrjahr. Die Lehre dauert drei Jahre, eine Doppellehre vier.
Verdient man als Kellner gut?
Das Grundgehalt startet knapp über dem faktischen Mindestlohn. Den Unterschied machen Trinkgeld, Position und Region: In gefragten Tourismus- und Stadtlagen, mit Aufstieg zum Chef de Rang oder Oberkellner und in Betrieben mit gutem Trinkgeld-Klima liegt das tatsächliche Einkommen deutlich höher.
Muss ich Trinkgeld 2026 selbst aufzeichnen?
Nein. Durch die neue Pauschale wird die Sozialversicherung auf einen festen Monatsbetrag berechnet, nicht auf das tatsächlich erhaltene Trinkgeld. Das erspart Aufzeichnungen und schließt Nachzahlungen bei SV-Prüfungen aus.
Chefredakteur finanzguide.at