Arzt Gehalt Österreich 2026 - Turnus, Facharzt, Wahlarzt

Von Martin Höllinger Stand 20.06.2026 Lesezeit 14 Min Quellen geprüft

Was verdient ein Arzt in Österreich?

Das Arztgehalt in Österreich hängt fast vollständig von der Karrierestufe ab. Ein Turnusarzt in Basisausbildung verdient 2026 ein Grundgehalt von rund 3.500 bis 4.100 € brutto pro Monat, ein Facharzt zwischen 6.500 und 9.100 €, ein Primar ein Vielfaches davon. Dienste und Zulagen heben den tatsächlichen Bezug deutlich an.

Wichtiger als jede einzelne Zahl ist das Verständnis, dass es das Arztgehalt nicht gibt. Zwischen dem Arzt in Ausbildung, dem niedergelassenen Kassenarzt und dem Primar eines Spitals liegen Welten. Und selbst innerhalb des Spitals entscheidet das Bundesland über mehrere tausend Euro im Monat, weil jedes Land sein eigenes Gehaltsschema führt.

Arztgehalt nach Karrierestufe

Die folgende Tabelle zeigt typische Brutto-Monatsgrundgehälter im Spital, ohne Dienste und Zulagen, Stand Juni 2026. Genau diese Trennung fehlt in vielen Übersichten, in denen Grundgehalt und Diensteinkommen vermischt werden.

StufeGrundgehalt brutto/Monatmit Diensten & Zulagen (Jahr)
Turnusarzt / Basisausbildung3.500 - 4.100 €60.000 - 90.000 €
Facharzt Einstieg6.500 - 7.200 €110.000 - 150.000 €
Facharzt nach 10 Jahren8.300 - 9.100 €150.000 - 180.000 €
Oberarzt9.200 - 10.100 €180.000 - 240.000 €
Primar (Abteilungsleitung)14.500 - 18.500 €280.000 - 450.000 €

Der Sprung vom Turnus- zum Facharzt ist der größte Karriereschritt überhaupt. Er verdoppelt das Grundgehalt nahezu und ist der Grund, warum sich die langen Ausbildungsjahre finanziell rechnen. Beim Primar kommt zum Grundgehalt das Honorar aus der Sonderklasse hinzu, also aus der Behandlung privat oder zusatzversicherter Patienten. Das macht die enorme Spannweite an der Spitze aus.

Auch das Fachgebiet entscheidet mit, vor allem bei den Niedergelassenen. Fächer mit teuren Apparaten und privater Nachfrage wie Radiologie, Dermatologie oder Plastische Chirurgie erzielen höhere Honorare als die Allgemeinmedizin. Sichtbar wird das schon an den Erstordinationskosten, die je nach Fach zwischen rund 108 € beim Hausarzt und 268 € in der Radiologie liegen. Im angestellten Spitalsbereich ist der Unterschied zwischen den Fächern dagegen kleiner, weil dort das Gehaltsschema und nicht die Patientennachfrage zählt.

Brutto-Netto: was vom Arztgehalt übrig bleibt

Ärzte gehören zu den Spitzenverdienern, und das spürt man beim Nettobetrag. Ein Rechenbeispiel für einen Turnusarzt, ledig, ohne Kinder, Stand 2026:

PositionBetrag/Monat
Bruttogehalt4.000,00 €
Sozialversicherung (ca. 18 %)- 720,00 €
Lohnsteuer- 580,00 €
Nettoca. 2.700 €

Je höher das Gehalt, desto stärker greift die Progression. Wer als Facharzt deutlich über 6.000 € verdient, landet mit jedem zusätzlichen Euro im Spitzensteuersatz und behält davon nur rund die Hälfte. Wie die Steuerstufen wirken, erklärt der Beitrag zur Einkommensteuer, den genauen Abzug rechnet unser Brutto-Netto-Rechner durch.

Zum Vergleich ein Facharzt mit 7.000 € Grundgehalt: Hier bleiben nach Abzügen grob 4.100 bis 4.300 € netto, der Anteil, der von jedem zusätzlichen Euro abgeht, ist also deutlich höher als beim Turnusarzt. Genau deshalb fällt der Nettounterschied zwischen den Karrierestufen kleiner aus, als die Bruttozahlen vermuten lassen. Ein Facharzt verdient brutto fast das Doppelte eines Turnusarztes, netto bleibt der Abstand wegen der Progression geringer.

Zwei Punkte mildern die hohe Last. Erstens ist die Sozialversicherung gedeckelt: Oberhalb der Höchstbeitragsgrundlage fallen keine weiteren SV-Beiträge an, was den Grenzabzug bei hohen Gehältern senkt. Mehr dazu auf der Seite zur Sozialversicherung. Zweitens sind Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste bis zu festgelegten Grenzen steuerfrei. Gerade Ärzte mit vielen Diensten profitieren davon spürbar.

Gehaltsschema und Dienstrecht

In Österreich gibt es über 30 verschiedene Gehaltsregelungen für angestellte Ärzte. Welche gilt, hängt vom Rechtsträger des Spitals ab, nicht von der Tätigkeit. Genau das erklärt die großen Unterschiede bei gleicher Qualifikation. Die Grundlagen zur Funktionsweise solcher Schemata erklärt unser Überblick zum Kollektivvertrag in Österreich.

  • Landesspitäler: jedes Bundesland hat ein eigenes Dienstrecht beziehungsweise einen eigenen KV. Einstufung nach Ausbildungsstand (Arzt in Ausbildung, Facharzt) und Dienstjahren.
  • Ordensspitäler: eigene Gehaltsschemata, oft an die Landesregelungen angelehnt, teils etwas niedriger im Grundgehalt.
  • Universitätskliniken: in der Regel die höchsten Grundgehälter, kombiniert mit Forschungs- und Lehraufgaben.

Anders als bei vielen anderen Berufen ist hier nicht ein einziger Kollektivvertrag maßgeblich. Wer zwischen zwei Stellen wählt, sollte das konkrete Schema des jeweiligen Trägers vergleichen und nicht von einer Pauschalzahl ausgehen.

Arztgehälter nach Bundesland

Die regionalen Unterschiede sind bei Spitalsärzten besonders ausgeprägt. Die folgende Übersicht zeigt typische Grundgehälter für Ärzte in Basisausbildung, Stand 2026.

BundeslandTurnusarzt-Grundgehalt brutto/Monat
Wien4.650 - 5.100 €
Oberösterreich4.500 - 4.950 €
Niederösterreich4.450 - 4.900 €
Steiermark4.400 - 4.850 €

Salzburg zählt bei den durchschnittlichen Spitalsarztgehältern regelmäßig zu den Spitzenreitern. Die Differenzen entstehen nicht durch Leistung, sondern durch die Konkurrenz der Länder um knappes ärztliches Personal und durch die unterschiedlichen Dienstrechte. Wer örtlich flexibel ist, kann über die Bundeslandwahl mehr bewegen als über mehrere Dienstjahre. Das gilt im Übrigen für viele Gesundheitsberufe, wie der Vergleich mit dem Gehalt in der Pflege zeigt.

Spital, Ordensspital, Uniklinik: die Träger im Vergleich

Beim ersten Dienstvertrag fällt die Wahl meist zwischen den großen Trägerarten. Das Grundgehalt im ersten Ausbildungsjahr unterscheidet sich dabei merklich: Ordensspitäler beginnen bei rund 48.000 € im Jahr, öffentliche Spitäler bei etwa 50.000 €, Universitätskliniken bei rund 55.000 €. Alle Werte verstehen sich als Grundgehalt ohne Zulagen, verteilt auf 14 Bezüge.

Die Uniklinik zahlt also am besten und bietet zusätzlich Forschung und Lehre, verlangt dafür aber oft mehr Eigenleistung in der wissenschaftlichen Arbeit. Ordensspitäler punkten häufig mit Arbeitsklima und Planbarkeit, liegen beim Grundgehalt aber etwas zurück. Entscheidend ist auch hier wieder der Dienstanteil: Ein Haus mit vielen Nacht- und Wochenenddiensten zahlt unterm Strich mehr aus als eines mit geregeltem Tagbetrieb, selbst bei identischem Grundgehalt.

Wie weit die Schemata auseinanderliegen, zeigt das Beispiel Wien. Dort weist die Datenlage für einen Assistenzarzt am AKH ein Monatsbrutto von rund 6.440 € aus, für einen Facharzt ab dem ersten Dienstjahr rund 7.510 €. Diese Werte liegen über den bundesweiten Grundgehältern, weil das Wiener Schema bestimmte Bestandteile bereits einrechnet. Genau deshalb ist der Vergleich zweier Bruttozahlen aus verschiedenen Bundesländern wenig aussagekräftig, solange man nicht weiß, was jeweils enthalten ist.

Kassenarzt oder Wahlarzt: das Einkommen der Niedergelassenen

Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, kann sich niederlassen. Hier endet das Angestelltengehalt und beginnt das Unternehmereinkommen. Zwei Modelle stehen zur Wahl.

Der Kassenarzt schließt einen Vertrag mit einem Krankenversicherungsträger wie der ÖGK. Er rechnet direkt mit der Kasse ab, der Patient zahlt nichts. Dafür gelten feste Tarife und eine begrenzte Zahl an Kassenstellen. Eine Allgemeinmedizin-Kassenpraxis erwirtschaftet typischerweise einen Jahresumsatz von 380.000 bis 650.000 €, von dem nach Personal, Miete und Geräten rund 40 bis 55 Prozent als Gewinn übrig bleiben.

Der Wahlarzt hat keinen Kassenvertrag. Er legt sein Honorar frei fest, der Patient zahlt zunächst selbst und bekommt von der Kasse rund 80 Prozent des Kassentarifs zurück, nicht 80 Prozent der Rechnung. Weil der Kassentarif niedrig ist, bleibt oft nur ein kleiner Teil der Wahlarztkosten erstattet. Eine Erstordination kostet je nach Fach zwischen 108 € beim Hausarzt und 268 € in der Radiologie. Wahlärzte können je nach Fachgebiet und Auslastung 250.000 bis 800.000 € Gewinn erzielen, tragen aber das volle Risiko, ihre Termine zu füllen.

Für Patienten heißt das: Beim Wahlarzt wartet man im Median nur rund eine Woche, beim Kassenarzt deutlich länger. Für den Arzt heißt es: mehr Freiheit gegen mehr Risiko.

Hinter der Modellwahl steht ein strukturelles Problem. Kassenstellen sind kontingentiert, in vielen Fächern und Regionen unbesetzt oder begehrt. Eine freie Kassenstelle in attraktiver Lage zu bekommen, ist schwer, weshalb viele junge Ärzte mangels Alternative als Wahlarzt starten. Das treibt den Wahlarztsektor, verschiebt aber Kosten zu den Patienten, die bei Wahlärzten den nicht erstatteten Teil selbst tragen. Wer sich niederlässt, sollte die Standortfrage daher vor der Modellfrage klären: Trägt das Einzugsgebiet überhaupt genug Privatzahler für eine Wahlarztpraxis, oder ist die Kassenstelle der sicherere Weg?

Ausbildung und Voraussetzungen

Der Weg zum Arzt ist lang. Das Medizinstudium dauert sechs Jahre und setzt das Bestehen des Aufnahmetests MedAT voraus, der jährlich für wenige tausend Plätze zehntausende Bewerber filtert.

Nach dem Studium folgt die neunmonatige Basisausbildung, die allen Fachrichtungen vorgelagert ist und keinem Sonderfach zugeordnet wird. Danach trennen sich die Wege. Wer Allgemeinmediziner werden will, absolviert nach der Basisausbildung eine 33-monatige Ausbildung, die künftig zum Facharzt für Allgemein- und Familienmedizin führt. Wer ein anderes Sonderfach wählt, durchläuft eine Sonderfach-Grundausbildung und eine Schwerpunktausbildung von insgesamt 72 Monaten. In der inneren Medizin dauert allein die Sonderfach-Grundausbildung 27 Monate.

Erst nach Abschluss der Allgemeinmedizin- oder Facharztausbildung erhält man das ius practicandi, also das Recht zur selbständigen Berufsausübung, und wird in die Ärzteliste der Österreichischen Ärztekammer eingetragen. Vom Studienbeginn bis zur fertigen Fachärztin vergehen damit gut zwölf Jahre.

Schon der Einstieg ist ein Nadelöhr. Der Aufnahmetest MedAT entscheidet über die wenigen tausend Studienplätze pro Jahr, die Bewerberzahl liegt um ein Vielfaches darüber. Wer den Test besteht und durchhält, hat im Anschluss allerdings eine außergewöhnlich sichere Berufsperspektive, denn der Ärztemangel in Österreich verschärft sich, vor allem in der Allgemeinmedizin und in ländlichen Regionen. Diese Knappheit ist letztlich auch der Grund, warum die Bundesländer beim Gehalt konkurrieren und warum freie Kassenstellen mit Antrittsprämien beworben werden.

Karriere: Facharzt, Oberarzt, Primar

Die Gehaltskurve folgt der Hierarchie. Solange man Arzt in Ausbildung ist, bleibt das Grundgehalt im unteren Bereich, auch wenn die Dienste es aufbessern. Mit dem Facharzttitel verdoppelt sich das Grundgehalt nahezu, das ist der finanziell entscheidende Moment der Laufbahn.

Darüber liegt der Oberarzt, der fachliche Verantwortung für einen Bereich übernimmt, und an der Spitze der Primar als ärztlicher Leiter einer Abteilung. Dessen Einkommen wird zusätzlich durch die Sonderklasse-Honorare geprägt, weshalb es weit über dem reinen Grundgehalt liegt. Wer nicht in die Spitalshierarchie strebt, wählt den Weg in die eigene Praxis. Beide Pfade lassen sich kombinieren, etwa als Spitalsarzt mit Wahlarztordination am Nachmittag, was allerdings an arbeitszeitliche und vertragliche Grenzen stößt.

Nachtdienste, Journaldienst und Zulagen

Kein Posten verschiebt das Arztgehalt so stark wie der Dienst. Das Grundgehalt allein zeichnet ein verzerrtes Bild, weil es einen großen Teil des realen Einkommens ausblendet.

  • Nacht- und Wochenenddienste: der größte variable Block, im Schnitt 1.500 bis 2.500 € im Monat zusätzlich.
  • Journaldienst und Rufbereitschaft: Abgeltung für Anwesenheit oder Erreichbarkeit außerhalb der Normalarbeitszeit.
  • Gefahren-, OP- und Funktionszulagen: je nach Fach und Aufgabe.

Weil ein Teil dieser Zuschläge steuerbegünstigt ist, schlägt er stärker auf das Netto durch als normales Mehreinkommen. Wie Überstunden und Mehrdienstleistungen grundsätzlich abzugelten sind, erklärt der Beitrag zu den Überstunden-Regeln. Die Kehrseite ist die Belastung: Viele Dienste bedeuten Nachtarbeit, lange Wochenenden und entsprechend wenig Freizeit. Das hohe Gesamteinkommen junger Spitalsärzte ist erarbeitet, nicht geschenkt.

Seit der Reform des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes ist die Wochenarbeitszeit der Spitalsärzte im Durchschnitt gedeckelt, üblicherweise auf 48 Stunden, mit einer freiwilligen Opt-out-Möglichkeit für mehr. Diese Grenze hat das Diensteinkommen verändert: Wer früher über sehr viele Dienste fast unbegrenzt dazuverdienen konnte, ist heute durch die Höchstgrenzen eingebremst. Für die Häuser bedeutete die Reform spürbar höhere Grundgehälter, weil sie die fehlenden Dienststunden teils über die Basis ausgleichen mussten. Wer ein altes Gehaltsbild aus der Zeit vor der Reform im Kopf hat, unterschätzt heute das Grundgehalt und überschätzt den Dienstanteil.

Gehalt verhandeln und optimieren

Im starren Gehaltsschema des Spitals ist die klassische Verhandlung wenig wirksam. Die echten Hebel liegen woanders.

Träger und Bundesland gezielt wählen. Der größte Unterschied entsteht durch das Schema, nicht durch Verhandlung. Vergleichen Sie das konkrete Dienstrecht des Landes und des Trägers, bevor Sie unterschreiben.

Vordienstzeiten anrechnen lassen. Wie viele Jahre aus früheren Anstellungen für die Gehaltsstufe zählen, ist beim Wechsel verhandelbar. Lassen Sie die Anrechnung schriftlich in den Dienstvertrag aufnehmen.

Den Dienstanteil bewusst steuern. Wer Dienste übernehmen kann und will, hebt sein Einkommen deutlich. Das gehört beim Antritt offen besprochen und in die Gesamtrechnung einbezogen.

Die Niederlassung kalkulieren. Beim Schritt in die eigene Praxis zählt nicht der Umsatz, sondern der Gewinn nach allen Kosten und die Steuerlast als Selbständiger. Eine saubere Vorab-Kalkulation entscheidet, ob sich Kassen- oder Wahlarztmodell für den eigenen Standort rechnet.

Unsere Einschätzung

Das Arztgehalt ist hoch, aber es ist hart verdient und kommt spät. Wer die zwölf Jahre bis zum fertigen Facharzt durchhält, erreicht ein Einkommen, das nur wenige Berufe bieten. Bis dahin ist das Grundgehalt eines Arztes in Ausbildung solide, aber nicht spektakulär, und ein großer Teil des Einkommens stammt aus belastenden Diensten.

Unser Rat an junge Ärzte: Schauen Sie nicht auf die Schlagzeilen über Primar-Gehälter, sondern auf drei nüchterne Fragen. Welches Dienstrecht gilt beim konkreten Träger und in welchem Bundesland? Wie hoch ist der realistische Dienstanteil und damit das Gesamteinkommen, nicht nur das Grundgehalt? Und wenn die Niederlassung lockt: Trägt der Standort eine Kassen- oder eine Wahlarztpraxis? Wer diese drei Fragen ehrlich beantwortet, trifft eine bessere Entscheidung als jeder, der sich von einer einzelnen Bruttozahl leiten lässt. Und wer noch am Anfang steht, sollte wissen: Die finanziell schwierigen Jahre liegen vorne, der Lohn kommt spät, aber er kommt verlässlich.

Quellen (4)

Häufig gestellte Fragen

Was verdient ein Turnusarzt 2026 in Österreich?

Das Grundgehalt liegt je nach Träger bei rund 3.500 bis 4.100 € brutto pro Monat (14x), an Universitätskliniken etwas höher. Mit Nacht- und Wochenenddiensten kommen im Schnitt 1.500 bis 2.500 € dazu, sodass viele auf 6.000 bis 7.500 € Gesamtbezug kommen.

Wie viel verdient ein Facharzt im Spital?

Das Facharzt-Grundgehalt startet bei etwa 6.500 bis 7.200 € brutto im Monat und steigt über die Dienstjahre auf 8.300 bis 9.100 €. Mit allen Zulagen und Diensten erreichen Fachärzte häufig 130.000 bis 180.000 € im Jahr.

Verdient ein Wahlarzt mehr als ein Kassenarzt?

Oft ja, aber nicht immer. Der Wahlarzt setzt sein Honorar frei fest, trägt aber das volle Auslastungsrisiko. Der Kassenarzt hat über den Kassenvertrag planbare Frequenz und Umsätze, etwa 380.000 bis 650.000 € in der Allgemeinmedizin, bei einem Gewinnanteil von 40 bis 55 Prozent.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Arzt?

Das Medizinstudium dauert sechs Jahre. Danach folgt eine neunmonatige Basisausbildung und je nach Weg die Ausbildung zur Allgemeinmedizin oder eine Facharztausbildung von insgesamt 72 Monaten. Das ius practicandi gibt es erst nach Abschluss.

In welchem Bundesland verdienen Ärzte am meisten?

Bei den Spitalsärzten liegen Salzburg und Wien vorne. Die Unterschiede entstehen durch über 30 verschiedene Gehaltsschemata der Länder und Träger, nicht durch die Qualifikation. Ein Wechsel des Bundeslandes kann mehr bringen als Jahre an Wartezeit.

Wie viel bleibt einem Arzt netto?

Bei 4.000 € brutto bleiben rund 2.700 € netto. Hohe Facharzt- und Oberarztgehälter fallen in den Spitzensteuersatz, sodass vom Bruttozuwachs nur etwa die Hälfte übrig bleibt. Steuerfreie Dienstzulagen wirken hier überproportional stark.

MH
Martin Höllinger

Chefredakteur finanzguide.at