Sanierungsbonus 2026: Kesseltausch gestoppt - was jetzt?
Gibt es den Sanierungsbonus 2026 noch?
Nein, und seit Sommer auch keine andere Bundesförderung für Private mehr. Der Sanierungsbonus für Dämmung und Fenster endete am 2. Februar 2026. Seit 10. Juli 2026 ist das gesamte Jahresbudget von 360 Millionen Euro vergeben: Für den Kesseltausch und für Sauber Heizen für Alle sind keine neuen Registrierungen mehr möglich.
Wer schon registriert ist, verliert nichts: Bestehende Registrierungen und Anträge bleiben gültig und werden weiter abgewickelt, wie das Umweltministerium (BMLUK) in seiner Presseaussendung vom 10. Juli festhält. Für alle anderen gilt: Bis die Sanierungsoffensive 2027 startet, bleibt beim Heizungstausch nur die Landesförderung. Nach Angaben des Ministeriums steigen mit dem ausgeschöpften Budget rund 53.000 Haushalte von Öl und Gas auf klimafreundliche Heizungen um, ein auffallend großer Teil davon im mehrgeschoßigen Wohnbau.
Viele Ratgeber und Installateurs-Seiten führen den Kesseltausch Ende September 2026 noch als “aktive Bundesförderung”. Das stimmt seit Juli nicht mehr. Auch die offizielle Übersicht auf oesterreich.gv.at meldet seit der Aktualisierung vom 6. August: Budget ausgeschöpft.
Zeitleiste: die Sanierungsoffensive 2026 in sieben Daten
Das Programm lief kürzer als ein Kalenderjahr. Die wichtigsten Stationen, jeweils aus den Mitteilungen von Ministerium und Förderstelle:
| Datum | Was passiert ist |
|---|---|
| 3. Oktober 2025 | Neustart angekündigt: 1,8 Mrd. € bis 2030, max. 30 % der Kosten. Ab diesem Tag erbrachte Leistungen sind förderfähig. |
| 24. November 2025 | Registrierung für Sanierungsbonus und Kesseltausch öffnet |
| 1. Jänner 2026 | Registrierung für Sauber Heizen für Alle öffnet |
| 2. Februar 2026 | Sanierungsbonus (thermische Sanierung) geschlossen, nur noch Kesseltausch |
| 20. April 2026 | Laut WKO noch rund 70,3 Mio. € frei |
| 10. Juli 2026 | Budget ausgeschöpft, Registrierung für Kesseltausch und Sauber Heizen für Alle beendet |
| Herbst 2026 | Präsentation der Sanierungsoffensive 2027 angekündigt |
Der Grund für den Februar-Stopp: Nach dem Start im November entfielen rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf den Sanierungsbonus, obwohl der Kesseltausch pro Förder-Euro deutlich mehr CO2 einspart. Das Ministerium hat das Geld deshalb umgeschichtet. Gereicht hat es trotzdem nur bis Juli, also fast sechs Monate vor dem offiziellen Enddatum 31. Dezember 2026.
Schon registriert: Diese Fristen gelten jetzt
Für alle, die sich vor dem 10. Juli registriert haben, ist die Lage entspannt, mit einer Ausnahme: der Frist. Laut Infoblatt Kesseltausch 2026 ist das Förderbudget ab der Registrierung 9 Monate reserviert. Die Förderstelle KPC rechnet das genau: 273 Tage. Innerhalb dieser Zeit muss die neue Heizung fertig eingebaut und abgerechnet sein, und der Antrag muss online eingereicht werden. Danach wird die Registrierung storniert.
So sieht das an drei Beispieldaten aus:
| Registriert am | Antrag spätestens am |
|---|---|
| 2. Februar 2026 | 2. November 2026 |
| 15. Mai 2026 | 12. Februar 2027 |
| 10. Juli 2026 (letzter Tag) | 9. April 2027 |
Wer sich im Frühjahr registriert hat und noch auf den Installateur wartet, sollte das Datum jetzt nachrechnen. Eine Heizung, die am 273. Tag noch nicht eingebaut und abgerechnet ist, bringt keinen Euro Bundesförderung. Für Sauber Heizen für Alle schreibt das Land Niederösterreich ausdrücklich: Eine Verlängerung der Registrierung ist nicht möglich.
Was Registrierte beim Kesseltausch bekommen
Die Pauschalen gelten unverändert, gedeckelt mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten:
| Neues Heizsystem (Ein-/Zweifamilienhaus) | Bundesförderung Kesseltausch 2026 |
|---|---|
| Nah-/Fernwärme (klimafreundlich oder hocheffizient) | bis 6.500 € |
| Holzzentralheizung (Pellets, Hackgut, Stückholz) | bis 8.500 € |
| Wärmepumpe (Luft, Wasser, Sole) | bis 7.500 € |
| Bonus Tiefenbohrung oder Brunnen (Sole/Wasser-Wärmepumpe) | + 5.000 € |
| Bonus thermische Solaranlage (mind. 6 m²) | + 2.500 € |
Zwei Abzüge werden oft übersehen. Luft-Wärmepumpen mit einem Kältemittel-GWP zwischen 150 und 750 verlieren 20 Prozent, wenn es sich um Monoblock-Geräte bis 50 kW oder Split-Geräte bis 12 kW handelt. Aus 7.500 Euro werden so 6.000 Euro. Geräte mit Propan (R290) liegen unter der Grenze und bekommen den vollen Betrag. Bei Holzkesseln, die nur die Emissionsgrenzen der älteren Umweltzeichen-Richtlinie UZ37 (2021) statt der Fassung 2025 einhalten, sind es ebenfalls minus 20 Prozent.
Für den Antrag braucht es das unterschriebene Endabrechnungsformular und alle Schlussrechnungen befugter Unternehmen, die auf die antragstellende Person lauten und von ihr bezahlt sind. Pauschalrechnungen akzeptiert die KPC nicht. Die fossile Altanlage muss außer Betrieb genommen und samt Brennstofftank fachgerecht entsorgt sein. Das Energieberatungsprotokoll des Bundeslandes lag bereits bei der Registrierung bei.
Was Registrierte bei Sauber Heizen für Alle bekommen
Das Programm für einkommensschwache Haushalte übernimmt bis zu 100 Prozent der Kosten, begrenzt durch technologiespezifische Obergrenzen. Laut Infoblatt 2026 sind das inklusive Bundes- und Landesförderung:
| Technologie | Maximale Gesamtförderung |
|---|---|
| Anschluss Fernwärme | 28.469 € |
| Pellet- oder Hackgutkessel | 36.180 € |
| Scheitholzkessel | 30.055 € |
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | 25.586 € |
| Sole/Wasser- oder Wasser/Wasser-Wärmepumpe | 37.550 € |
Auch hier gilt die 9-Monats-Regel: Registrierung und Förderungszusage verfallen jeweils nach 273 Tagen, wenn bis dahin kein Antrag eingelangt ist. Die Einkommensgrenze lag 2026 bei 1.867 Euro netto (zwölf Mal) für einen Ein-Personen-Haushalt, mit Faktor 0,5 für jeden weiteren Erwachsenen und 0,3 für jedes Kind. Haushalte mit aufrechter ORF-Beitrags-Befreiung oder Sozialhilfe galten automatisch als einkommensschwach. Wer schon registriert ist, hat diese Prüfung hinter sich. Für eine Wiederauflage 2027 ist sie ein guter Anhaltspunkt: Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern lag 2026 bei 1.867 € × 2,1 = rund 3.921 Euro netto im Monat.
Rechenbeispiel: derselbe Heizungstausch mit und ohne Bund
Was der Stopp in Euro bedeutet, zeigt ein Einfamilienhaus in Kärnten, in dem ein Ölkessel gegen eine Luft-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel getauscht wird. Gesamtkosten inklusive Einbau und Tankentsorgung: 28.000 Euro. Das Land Kärnten zahlt für den Umstieg auf ein klimafreundliches Heizsystem pauschal 3.000 Euro, und diese Landesförderung ist laut ORF Kärnten vom Bundesstopp nicht betroffen.
| Posten | Registriert vor 10.7.2026 | Nicht registriert |
|---|---|---|
| Investition Luft-Wärmepumpe | 28.000 € | 28.000 € |
| Bundesförderung Kesseltausch | -7.500 € | 0 € |
| Landesförderung Kärnten (pauschal) | -3.000 € | -3.000 € |
| Öko-Sonderausgabenpauschale (400 € × 5 Jahre, 40 % Grenzsteuersatz) | -800 € | 0 € |
| Eigenanteil | 16.700 € | 25.000 € |
Lesart: Wer die Registrierung verpasst hat und jetzt tauscht, zahlt für dieselbe Anlage 8.300 Euro mehr. Das liegt nicht nur an den 7.500 Euro vom Bund. Auch der Steuervorteil fällt weg, denn die Öko-Sonderausgabenpauschale gibt es laut BMF nur, wenn eine Förderung nach dem Umweltförderungsgesetz tatsächlich ausbezahlt wurde. Die Kärntner Pauschale von 3.000 Euro ist dagegen ein Fixbetrag. Wie sie künftig mit der Bundesförderung zusammenspielt, will das Land erst nach der Präsentation der neuen Bundesrichtlinien festlegen.
In anderen Ländern sieht die rechte Spalte anders aus, im Extremfall steht dort gar kein Abzug. Einen Überblick über die Landesschienen gibt der Beitrag zur Wohnbauförderung 2026. Wer den Tausch über einen Kredit finanziert, sollte die fehlenden Förderbeträge in der Immobilienfinanzierung einplanen: 8.300 Euro zusätzlich über zehn Jahre zu 3,5 Prozent finanziert kosten rund 82 Euro Rate im Monat.
Jetzt tauschen oder auf 2027 warten?
Sicher ist das Geld: Im Doppelbudget 2027/28 bleibt der Förderrahmen von 360 Millionen Euro pro Jahr ungekürzt. Neu ist die Aufteilung. Für 2027 sind 181 Millionen Euro für die thermisch-energetische Sanierung und 179 Millionen Euro für den Kesseltausch vorgesehen. Damit soll nicht mehr ein Topf den anderen leer räumen, wie es im Winter 2025/26 passiert ist. Laut Ministerium sollen auch die Förderbedingungen überarbeitet werden, mit dem Ziel einer möglichst durchgängigen Fördermöglichkeit ohne Unterbrechungen.
Offen ist alles, was für die Entscheidung zählt: Förderhöhen, Förderquote, Starttermin und vor allem der Stichtag, ab dem Leistungen anerkannt werden. Das Ministerium hat die Präsentation für den Herbst angekündigt. Bis 30. September 2026 lag nichts vor. Ein Warnsignal kam aus Kärnten: Ein Branchensprecher der Wirtschaftskammer sprach im August gegenüber dem ORF von einem Fördersatz von künftig 20 statt 30 Prozent. Vom Ministerium bestätigt ist das nicht.
Daraus folgt eine klare Empfehlung:
- Die alte Heizung läuft noch: Warten Sie die Richtlinien 2027 ab. Bei einer Luft-Wärmepumpe ging es 2026 um 7.500 Euro vom Bund plus 800 Euro Steuervorteil, und das Budget für 2027 ist bereits beschlossen. Energieberatung und Angebote können Sie jetzt schon einholen, beauftragen noch nicht.
- Die Heizung ist kaputt: Dann zählt die Landesförderung. Vor der Auftragsvergabe bei der Landesstelle klären, ob eine spätere Bundesförderung den Landeszuschuss verändert.
- Kein Auftrag auf Verdacht: 2026 wurden Leistungen ab dem Tag der Ankündigung anerkannt, bei Sauber Heizen für Alle sogar erst ab der Antragstellung. Ob 2027 rückwirkend gefördert wird, weiß heute niemand. Wer jetzt bestellt, wettet darauf.
Was ohne Bundesförderung übrig bleibt
Beim Heizungstausch sind jetzt die Länder am Zug, und die Unterschiede sind groß. Drei Beispiele:
| Bundesland | Landesförderung Heizungstausch 2026 |
|---|---|
| Wien | ”Raus aus Gas”: bis 35 % der förderbaren Kosten |
| Kärnten | pauschal 3.000 € (Sanierungsrichtlinie bis 31.12.2028) |
| Burgenland | 30 %, max. 2.000 € (+500 € Sozialzuschlag); bei Einhaltung der SHFA-Einkommensgrenzen bis 3.500 € |
Das Burgenland hat für seine Sonderförderung Heizungstausch 2026 insgesamt 9 Millionen Euro budgetiert, auch dort gilt also: solange Mittel da sind. Eine Bundesförderung ist dafür keine Voraussetzung, sie erspart laut Richtlinie nur die zusätzliche technische Prüfung. Andere Länder fördern den Heizungstausch nicht mit einem eigenen Zuschuss, sondern über die Sanierungsschiene der Wohnbauförderung. In Niederösterreich etwa zählt der Umstieg auf ein klimafreundliches Heizsystem zur Eigenheimsanierung, gefördert mit einem Annuitätenzuschuss von 4 Prozent auf das Bankdarlehen über zehn Jahre. Das senkt die Kreditkosten, bringt aber kein Geld auf die Hand.
Für Dämmung und Fenster fehlt der Bund schon seit Februar. Die Landeswohnbauförderung hat in den meisten Ländern eine eigene Sanierungsschiene, vom Kärntner Sanierungs-Euro bis zur Wiener Sanierungsförderung. Die Details stehen auf den Bundesländer-Seiten der Wohnbauförderung. Wer ohnehin am Dach arbeitet, kann parallel die Photovoltaik-Förderung prüfen, ein getrennter Topf, der vom Stopp der Sanierungsoffensive nicht berührt ist.
Zwei Dinge helfen unabhängig vom Förderstand. Ein aktueller Energieausweis hilft bei der richtigen Dimensionierung der Wärmepumpe. Und wer die laufenden Heizkosten im alten System nicht mehr stemmen kann, sollte prüfen, ob im eigenen Bundesland ein Heizkostenzuschuss zusteht. Das ist eine eigene Leistung mit eigenem Antrag und hat mit dem Kesseltausch nichts zu tun.
Quellen (6)
- oesterreich.gv.at - Sanierungsoffensive 2026
- BMLUK - Sanierungsoffensive 2026: alle Fördermittel abgeholt (10.7.2026)
- Sanierungsoffensive - Infoblatt Kesseltausch 2026 Ein-/Zweifamilienhaus (PDF)
- Umweltförderung - SHFA 2026 Infoblatt (PDF)
- Land Niederösterreich - Sauber Heizen für Alle 2026
- ORF Kärnten - Heizungstausch: Förderung ausgeschöpft (8.8.2026)
Häufig gestellte Fragen
Gibt es den Sanierungsbonus 2026 noch?
Nein. Die thermische Sanierung ist seit 2. Februar 2026 geschlossen, und seit 10. Juli 2026 ist das gesamte Budget der Sanierungsoffensive 2026 von 360 Mio. € vergeben. Neue Registrierungen sind weder für den Kesseltausch noch für Sauber Heizen für Alle möglich.
Ich habe mich vor dem 10. Juli registriert - bekomme ich die Förderung?
Ja, bestehende Registrierungen bleiben gültig. Das Budget ist ab der Registrierung 9 Monate (273 Tage) reserviert. In dieser Zeit muss die Heizung eingebaut, abgerechnet und der Antrag online eingereicht sein. Wer sich am 10.7.2026 registriert hat, muss bis spätestens 9.4.2027 fertig sein.
Gibt es Sauber Heizen für Alle 2026 noch?
Nicht für neue Fälle: Das Umweltministerium (BMLUK) hat die Förderschiene mit 10. Juli 2026 geschlossen. Registrierte Haushalte behalten die reservierten Mittel. Eine Verlängerung der 9-Monats-Frist ist laut Land Niederösterreich nicht möglich.
Wann kommt die Sanierungsoffensive 2027?
Das Budget steht: 360 Mio. € für 2027, erstmals getrennt in 181 Mio. € für thermische Sanierung und 179 Mio. € für den Kesseltausch. Die Förderbedingungen will das Ministerium im Herbst 2026 vorstellen. Bis 30. September 2026 waren sie nicht veröffentlicht.
Welche Förderung gibt es jetzt noch für den Heizungstausch?
Nur noch Landesförderungen, etwa Wien mit bis zu 35 % der Kosten, Kärnten mit pauschal 3.000 € oder Burgenland mit 30 % bis 2.000 € (einkommensschwach bis 3.500 €). Die Öko-Sonderausgabenpauschale fällt weg, weil sie eine ausbezahlte Bundesförderung voraussetzt.
Soll ich mit dem Heizungstausch auf 2027 warten?
Wenn die alte Heizung noch läuft, meist ja: Bei einer Luft-Wärmepumpe geht es um bis zu 7.500 € Bundesförderung plus 800 € Steuervorteil. Welche Arbeiten 2027 anerkannt werden, steht aber noch nicht fest. Wer jetzt beauftragt, riskiert, leer auszugehen.